VR: Neugier & Skepsis sind Wegbegleiter

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Waldviertler Vorlesungen lud die WALDVIERTEL AKADEMIE gemeinsam mit dem Wirtschaftsforum Waldviertel und weiteren Partnern am Dienstag, 19. März zu Hartl Haus nach Echsenbach, um einem spannenden Zukunftsthema auf den Grund zu gehen. Michael Reiner von der IMC FH Krems gab einen interessanten Überblick zu Virtual Reality, Augmented Reality und 360 Grad-Videos.

Reiner zeigte in seinem Vortrag auf, wie Virtual Reality derzeit genutzt wird und welche Problemstellungen und Herausforderungen damit gelöst werden. „Die Systeme gibt es schon seit vierzig oder fünfzig Jahren“, so Reiner, „und VR-Brillen sind mittlerweile ab 30 Euro zu kaufen.“ Vor allem in der Tourismusbranche werde viel mit 360-Grad-Aufnahmen gearbeitet, um den zukünftigen Besuchern einen Einblick in das Urlaubsziel und Regionen zu geben.

Virtual Reality spiele mittlerweile auch im Verkauf und für Unternehmen eine wichtige Rolle. „IKEA und Audi nutzen diese Systeme sehr stark, um aufzuzeigen, wie die zukünftige Einrichtung oder das nächste Auto tatsächlich aussehen“, so Reiner weiter. Auch im medizinischen Bereich (von der Angstbekämpfung bis hin zu Operationen) und in der Physiotherapie werde VR vermehrt eingesetzt. „Da gibt es natürlich auch Horrorszenarien, wo Ärzte bei Operationen überhaupt nicht mehr im Raum sind“, so Reiner weiter, „technisch wird es kaum Grenzen geben, es geht beim Einsatz von Virtual Reality aber auch ganz stark um Ethik. Muss ich alles machen, nur weil es möglich ist? Nein.“

Zum Abschluss präsentierte Reiner sein ‚Herzstück‘, das eVRyLab an der IMC FH Krems. Diese hochmoderne VR-Station wird für das Studium und die Forschung eingesetzt, in Europa existieren nur vier Stück von der über 150.000 Euro teuren Anlage. „Noch ist nicht klar, wohin die Reise von Virtual Reality geht“, so Reiner abschließend.

„Neugier und Skepsis sind unsere Wegbegleiter“, so Philipp Müller, der bei Hartl Haus das Marketing leitet. Er gab im Anschluss an den Reiner-Vortrag einen Einblick in die Virtual Reality-Tätigkeiten von Hartl Haus. Dazu wurde eine VR-Station aufgebaut, die es ermöglichte, durch ein Musterhaus zu spazieren, sich in den Räumen umzusehen und auch die Einrichtung sowie das Wetter und den Lichteinfall zu ändern. „Es geht darum, ein räumliches Verständnis für die Kunden zu schaffen und auch zu zeigen, wie die natürliche und künstliche Beleuchtung zu verschiedenen Tageszeiten aussieht“, so Müller weiter. Derzeit wird Virtual Reality noch nicht für die Kunden angeboten, da die ersten Tests aber sehr zufrieden gelaufen sind, könnte dies in einem Jahr Realität werden. „Die Kundennachfrage ist auf jeden Fall da“, so Müller abschließend.

„Das große Interesse bei dieser äußerst spannenden Veranstaltung zeigt, dass Virtual Reality auch in der Gesellschaft ein Thema ist“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer, „kaum ein Bereich unseres Lebens wird davon nicht betroffen sein. Neben den großartigen Möglichkeiten birgt die Thematik aber auch gewisse Gefahren, die genau im Auge behalten werden müssen.“

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Wachstum oder Schrumpfung?

Gemeinsam mit der Donau-Universität Krems, der VHS Krems und weiteren Partnern lud die WALDVIERTEL AKADEMIE am 18. März in das Audimax der Weiterbildungsuniversität zu einer äußerst spannenden Diskussion: „Grenzenloses Wachstum. Bedrohung oder Chance für die Wirtschaft“ stand dabei auf dem Programm.

Dabei konnte die WALDVIERTEL AKADEMIE nicht nur eine Vielzahl an interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sondern vor allem auch hochkarätige Referenten begrüßen. Mit dem deutschen Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech war einer der renommiertesten Wachstumskritiker zu Gast, der im Rahmen seiner Ausführungen auch das Modell der Postwachstumsökonomie vorstellte. Die drastische Reduktion in der Produktion und die Stärkung der ökonomischen (Selbst-)Versorgung stehen dabei im Mittelpunkt, das Ausschalten der Wachstumstreiber sei eine zentrale Aufgabe dafür. Auch die Arbeitszeit sollte umverteilt werden: Neben zwanzig Stunden monetärer Arbeit treten zwanzig Stunden entkommerzialisierte Stunden, die für Ehrenamt, die Gemeinschaft und die Eigenproduktion verwendet werden. Für Paech ist klar, dass es so nicht weiter gehen kann: „Eine Änderung des Systems ist unabdingbar, die Frage wird nur sein, wird es by design oder by desaster passieren.“

Naturgemäß anders sah die Sache der Direktor der Wirtschaftskammer Niederösterreich Johannes Schedlbauer. „Ich glaube Ihnen nicht so recht, Herr Paech“, begann Schedlbauer seine Ausführungen und stellte den geforderten Wachstumsstopp bzw. die Reduktion in Frage. „Wachstum bringt Sicherheit und schafft Arbeitsplätze“, so Schedlbauer weiter, der auch die Finanzierung der Sozialausgaben mit notwendigem Wachstum in Verbindung brachte. Es stelle sich auch die Frage, ob Wachstum immer ressourcenverbrauchend sei, so der Wirtschaftskammer-Direktor, der vor allem auch für gleiche Voraussetzungen im internationalen Wettbewerb plädierte.

DSC_0092Donau Universität-Dekan Christian Hanus brachte in die Diskussion auch die bauökonomische Komponente ins Spiel. „Während die Bodenversiegelung weiter vorangetrieben wird, gibt es gleichzeitig so viele Brachflächen wie nie“, so Hanus, der auch konkrete Sanierungsbeispiele aufzeigte.

Nach den einleitenden Impulsen der Referenten entwickelte sich eine angeregte und spannende Diskussion, in der ökologische und soziale Faktoren im Mittelpunkt standen und die auch noch bei einem Glas Wein fortgeführt wurden. Wo unsere ökologischen Grenzen liegen bzw. wann sie erreicht werden oder gar schon überschritten wurden, darüber herrschte naturgemäß keine Einigkeit.

„Mit dieser Veranstaltung haben wir wieder ein sehr aktuelles und brennendes Thema, die Diskussionen haben es ja gezeigt, aufgegriffen und in den Mittelpunkt gestellt“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer zufrieden.

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Humorvoller Abend mit Ursula Strauss

Vor drei Jahren hat die WALDVIERTEL AKADEMIE die Reihe „Waldviertler Vollmondgespräche“ ins Leben gerufen. Bei dieser Serie erzählen Persönlichkeiten aus und über ihr Leben. Am 18. Februar war die bekannte Schauspielerin Ursula Strauss in Waidhofen/Thaya zu Gast.

 Rund 200 Interessierte ließen es sich nicht nehmen, Strauss, die auch ihr neues Buch „Warum ich nicht mehr fliegen kann und wie ich gegen Zwerge kämpfte“ und ihre Mitautorin Doris Priesching mit im Gepäck hatte, im Waidhofner Stadtsaal zu lauschen. Die beiden Damen wussten von Beginn weg, das Publikum zu unterhalten, gaben intime Einblicke in das Leben des Schauspielstars und sorgten mit ihrer humorvollen Art für viele Lacher im Saal.

Vollmondgespraeche_Straus_17Das Buch sei in drei Kapitel untergliedert, so Priesching, in „wie ich wurde“, „was ich bin“ und „was soll das?“. Auf die Frage „Wie wurdest du?“ hatte Straus sogleich eine Antwort parat: „In Italien am Strand haben meine Eltern gesagt, aber das ist e okay.“ Das Buch sollte aber keinesfalls als Biografie angesehen werden, immerhin „werde ich heuer 45 und hoffe, dass noch etwas kommt“, so Strauss weiter.

Die Schauspielerin sprach über das Kennenlernen ihrer Eltern und ihre Familiengeschichte, über ihre Hasen, die Erstkommunion, Beichte, die Schauspielschule, ihren Beruf und vieles mehr. „Ich bin sehr dankbar, mit einem Beruf überleben zu können, der mir so Spaß macht“, so Strauss, „aber natürlich muss man auch sehr fit sein, mit Kritik umgehen lernen und Öffentlichkeit ist natürlich auch nicht unanstrengend.“  Für Strauss war von Beginn an klar, dass sie Schauspielerin werden wollte, dennoch absolvierte sie zunächst die Kindergartenschule, „weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass die kleine Uschi aus Pöchlarn die Bühne erobert.“ Tat sie dann aber doch und das sehr erfolgreich und mit vielen Preisen gekrönt. „Es gibt im Leben kein Rezept, dem man folgen soll“, so Strauss weiter, „jeder muss seinen Weg gehen und seinem Gefühl vertrauen.“

Auch zu aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen bezog Strauss Stellung. „Ich finde, jeder hat eine Verantwortung in der Gesellschaft. Wir verlernen gerade die Lust am gemeinsamen Austausch, an Reibungen. Das Positionsgestehe ist einfach falsch.“

Im Anschluss an das Gespräch zwischen Priesching und Strauss und einigen Fragen aus dem Publikum standen die beiden Gäste natürlich noch für Bücherwidmungen und Fotos zur Verfügung. Eine Möglichkeit, die von den Teilnehmern zahlreich genützt wurde. „Ein wunderbarer Auftakt in das Veranstaltungsjahr 2019“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer, „wir wollen mit dieser Reihe Inspirationen liefern und bekannte Persönlichkeiten nach ihren Erfolgsrezepten und ihren Lebensweg befragen. Der große Andrang zeigt, dass das Format ein wichtiger Bestandteil unseres Programmes ist.“

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Entscheiden muss Ihr Kind!

„Was will Ihr Kind werden?“ lautet der Titel eines Berufsorientierungsprojektes der WALDVIERTEL AKADEMIE und NÖ Regional GmbH, welches gemeinsam mit vielen Partnern am 12. Februar umgesetzt wurde. Es war gleichzeitig der Abschluss einer zweijährigen Serie mit nun gesamt acht Veranstaltungen.

„Wir wollen den Eltern und Erziehungsberechtigten Orientierung und Unterstützung bieten“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Vorsitzender Ernst Wurz zur Projektidee, mit der quer durch das Waldviertel getourt wurde.

Erwin Lasslesberger stellte sein Einleitungsreferat unter den Titel „Ein schwieriges Alter. Wie Sie Ihren Sohn/Ihre Tochter am besten unterstützen können.“ Der Erwachsenenbildner ging dabei auf die Eltern-Kind-Beziehung und Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Kommunikation ein. „Natürlich stehen die Kinder vor einer wichtigen Weichenstellung, aber diese ist nicht endgültig, also keine Panik“, so Lasslesberger, der auch anmerkte: „Entscheiden muss Ihr Kind.“ Und „Nicht alles dreht sich um die Schule.“

Erich Steindl, Geschäftsführer der Druckerei Janetschek, stellte danach das Unternehmen, die Lehrberufe und das Erfolgsrezept vor. „Ich habe selbst 1990 als Lehrling hier begonnen. Mit unserer Spezialisierung auf umweltfreundliche Druckprodukte schaffen wir regionale Wertschöpfung und sichern so auch Arbeitsplätze im Waldviertel.“ Aktuell beschäftigt das seit 1912 bestehende Unternehmen 53 Mitarbeiter und zwei Lehrlinge. „Die Spaß an der Arbeit steht im Vordergrund“, so Steindl, der aber auch betonte: „Lebenslanges Lernen ist der Schlüssel zum Erfolg.“Eva Gonaus (Wirtschaftskammer Niederösterreich), David Schöfbeck (Arbeiterkammer Niederösterreich) und Brigitta Fida vom Jugendcoaching Waldviertel stellten danach den interessierten Eltern ihre Angebote zur Unterstützung der Jugendlichen und Erziehungsberechtigten vor. „Wichtig ist vor allem, dass es den Kindern Spaß macht, nichts ist in Stein gemeißelt“, so alle Vertreterinnen und Vertreter unisono. Im Mittelpunkt der Angebote steht die Beratung der Jugendlichen in allen Lebenslagen und bei einer möglichen Auswahl von weiteren Bildungs- oder Arbeitsmöglichkeiten.

Lehrlingsinfo_GruppenfotoVizebürgermeisterin Margit Weikartschläger zeigte danach auch die vielfältigen Aktivitäten der NMS Heidenreichstein auf. „Wer eine NMS besucht, kann alles werden“, so Weikartschläger, die auch auf die Wichtigkeit von berufspraktischen Wochen hinwies: „Die Schüler merken, dass der Weg als Lehrling, nicht als Chef, beginnt.“

„Ziel ist und war es, einen Überblick über verschiedene Beratungs- und Informationsmöglichkeiten zu geben, um nicht nur die jungen Menschen, sondern auch die Eltern und Erziehungsberechtigten bei der Berufswahl ihrer Kinder zu unterstützen“, so Ernst Wurz abschließend, „wir danken allen Kooperationspartnern, die mit uns dieses wichtige Projekt umgesetzt haben.“

 

Smart Cities im Mittelpunkt

Auf Einladung des Gymnasiums Waidhofen und in Kooperation mit der WALDVIERTEL AKADEMIE warim Rahmen der Aktion Young Science Ende November Ursula Mollay vom Österreichischen Institut für Raumplanung in Waidhofen zu Gast, um mit den Schülerinnen und Schüler über Smart Cities und Smart Regions zu diskutieren.

Die Referentin wies auf die Notwendigkeit auch eines lokalen Umdenkprozesses in Hinblick auf die globalen Herausforderungen des Klimawandels hin. Auf europäischer Ebene wurden innovative Beispiele aus den Smart-Cities-Modellstädten Kopenhagen, Hamburg, Amsterdam, Wien, Genf und Lyon präsentiert.

Mollay erklärte auch die strategischen Ansatzpunkte, wie beispielsweise Energie, Mobilität, Gebäude, Digitalisierung, zum Smart Cities- bzw. Smart Regions-Konzept. Bereits etablierte Beispiele aus Niederösterreich, Wien und dem Südburgenland machten den Vortrag sehr praxisnah und erfassbar. Mit sehr anschaulichen Grafiken und Cartoons und spannenden Inhalten begeisterte die kompetente Referentin auch die Schülerschaft.

 

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Beziehungen benötigen Zeit

Gemeinsam mit der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien/Krems, dem Bildungs- und Heimatwerk St. Bernhard-Frauenhofen, dem Museum Horn und der Stadtgemeinde Horn lud die WALDVIERTEL AKADEMIE am 24. Oktober zu einem besonderen Vortrag ein: Norbert Scheibenpflug vom Hilfswerk Niederösterreich sprach über die Wichtigkeit und Gestaltung von Beziehungen.

Scheibenpflug spannte dabei einen weiten Bogen, von der Geburt bis hin zum Tod. „Beziehungen verändern uns, wir brauchen sie. Aber wir können Beziehungen auch verändern, damit sie für uns erfüllend sind“, so der Referent zu Beginn seiner Ausführungen. Schon bei der Geburt und als Kind sei man auf vertrauensvolle Beziehungen angewiesen, aber: „Elternwerden und Elternsein sind die größten Herausforderungen des Lebens.“ Kinder brauchen Sicherheit und Zeit, wenngleich dies der größte Mangel unserer Zeit sei. „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, so Scheibenpflug, der auch hier auf die Unterstützung und Beziehungen der Eltern hinwies.

In seinem nächsten Schwerpunkt rückte Scheibenpflug die Paarbeziehung in den Mittelpunkt. „In einer Beziehung kann man sich gemeinsam weiterentwickeln, über Grenzen hinauswachsen. Aber auch hierfür benötigt es Zeit.“

„Jeder Todesfall führt mir meine eigene Sterblichkeit vor Augen. Der Tod ist aber Teil des Lebens wie die Geburt. Eine Grenze mit der Frage: Was steckt dahinter?“, so Scheibenpflug, der auch die unterstützende Wirkung von Paarbeziehungen im Alter ansprach. Trauer sei eine gesunde und notwendige Reaktion, in dieser Phase benötige man aber stets Begleitung und Beziehung.

Zum Abschluss appellierte Scheibenpflug auch: „Oft lieben wir Dinge und benutzen die Menschen, dies sollte aber umgekehrt sein.“ Die zahlreich gekommenen Interessierten nutzten im Anschluss die Möglichkeit, mit dem Referenten noch zu diskutieren und in einen intensiveren Austausch zu gehen.

Christoph Mayer, Geschäftsführer der WALDVIERTEL AKADEMIE, war mit dem Abend vollends zufrieden: „Beziehungen sind der wesentliche Bestandteil des Lebens, hierfür muss man sich Zeit nehmen und noch mehr Bewusstsein schaffen. Die Ausführungen von Norbert Scheibenpflug haben gezeigt, wie wichtig Beziehungen für die Entwicklung eines jeden Menschen sind.“

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Zufriedene Gesichter nach einem spannenden Abend. (Foto: Museum Horn)

Empathie spielt eine wesentliche Rolle!

Im Rahmen der Waldviertler Vorlesungen lud die WALDVIERTEL AKADEMIE gemeinsam mit der FH Krems am Donnerstag, 4. Oktober in das Landesklinikum Waidhofen/Thaya zu einem spannenden Vortrag. Der Leiter des Josef Ressl-Zentrums in Krems, Gerhard Tucek, zeigte die Fortschritte bei der Forschung der personalisierten Therapie auf und gab eindrucksvolle Beispiele aus der Praxis.

„Die medizinische Versorgung wird immer besser, das subjektive Wohlbefinden aber immer kränker“, zitierter Gerhard Tucek zu Beginn seiner Ausführungen eine aktuelle WHO-Studie und er klärte auch gleich zu Beginn auf: „Bei der personalisierten Therapie sind die sozialen und psychischen Ebenen bedeutend, nicht die biologische oder die genetische.“

Jeder Therapeut und Arzt müsse sich in den Patienten hineindenken, es müsse klar sein, dass jedes Leid und jede Diagnose individuell gesehen werden muss. „Empathie spielt eine wesentliche Rolle. Krankheit und Gesundheit sind keine absoluten Größen, sondern sie haben immer etwas mit unseren Vorstellungen zu tun. Dabei sind Hoffnung, Glaube und Partizipation unterschätzte Faktoren im Heilungsgeschehen“, so Tucek. Diesen Ansatz verfolgt auch die Musiktherapie, die eine besondere Verbindung zum Patienten ermöglicht. „Wir wissen, dass sie wirkt, aber nicht, wie sie wirkt“, so Tucek weiter, „die Kunst dabei ist, jeden Patienten so anzusteuern, dass die Therapie wirkt.“

Besondern bei Hirn-Traumata, bei Angst und Schmerzen, bei Krebserkrankungen und in der letzten Phase des Lebens werden damit große Erfolge erzielt. Mit selbst aufgenommenen Videos aus der Praxis lieferte Tucek dabei auch beeindruckende Bilder und bestätigte seine Ausführungen. „Über aller medizinischen Versorgung, die natürlich sehr wichtig ist, steht die unglaubliche Wirkung der menschlichen Zuwendung. Die zwischenmenschliche Kommunikation ist ein komplexer Prozess, der immer wieder neu verhandelt werden muss“, so Tucek abschließend.

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Erstmals über 1000 Teilnehmer!

Bereits zum 34. Mal fanden 2018 die Internationalen Sommergespräche statt. So erfolgreich waren sie aber noch nie.

Erstmals konnte die WALDVIERTEL AKADEMIE von Donnerstag bis Sonntag über 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. 1034 Interessierte bedeuten ein neues Rekordergebnis für die Sommergespräche. „Auch wenn wir unseren Erfolg nicht primär an Besucherzahlen messen, sind wir natürlich sehr stolz und überglücklich, dass wir auch in diesem Jahr auf das richtige Thema gesetzt haben“, so Geschäftsführer Christoph Mayer.

Zfg01„Woran glauben wir noch? Unsere Sehnsucht nach Wahrheit, Vertrauen und Sicherheit“ war der diesjährige Titel, der Gäste aus nah und fern nach Weitra und Umgebung kommen lies. Ein erstes großes Highlight wurde mit der Offiziellen Eröffnung mit Johannes Huber vor mehr als 300 Interessierten auf Schloss Weitra gesetzt. Aber auch an den Tagen danach setzte sich die Rekordjagd fort. Schon Freitagvormittag platzte der Rathaussaal in Weitra bei Peter Kampits, Matthias Beck und Rudolf Taschner aus allen Nähten und auch die Wirtschaftsdiskussion bei Leyrer + Graf in Gmünd sprengte ebenso alle Erwartungen. Einen würdigen Abschluss des zweiten Tages bildete die Filmvorführung samt Gespräch mit Regisseur Kurt Langbein im Kino Gmünd, wo ebenso nur wenige Restplätze frei blieben.

Aber auch der Samstag war durchwegs von tollem Besuch und interessanten Diskussionen geprägt. Andreas Khol, Peter Kostelka, Bernd Marin, Anneliese Rohrer und viele mehr sorgten auf dem Podium für spannende Momente und wichtige Inhalte. Erstmals war die WALDVIERTEL AKADEMIE auch im Theater an der Mauer in Waidhofen zu Gast, die Lesung „Zeitungsente und Grubenhund“ war schon einige Tage zuvor ausverkauft.

Mit der Sicherheitsmatinee in der Kuenringer-Kaserne in Weitra gingen die diesjährigen Sommergespräche erfolgreich zu Ende. „Die steigende Teilnahme an den Sommergesprächen zeigt das Interesse und den Bedarf der Bürgerinnen und Bürger mit Fachexpertinnen und -experten grundsätzliche Fragen des Menschen und der Gesellschaft der Welt zu diskutieren“, zieht auch WALDVIERTEL AKADEMIE-Vorsitzender Ernst Wurz zufrieden Bilanz, „Glauben ist mehr als ein Für-Wahr-Halten bestimmter Glaubenssätze, sondern vor allem auch ein Antrieb für unsere Zusammenleben.“

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Sicherheit im Fokus

Mit dem Thema Sicherheit und einem Besuch in der Kuenringer-Kaserne in Weitra gingen die Internationalen Sommergespräche am Sonntag zu Ende. Mit 1.034 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden erstmals über 1.000 Besucher gezählt.

Oberstleutnant Reinhard Bachner, Garnisonskommandant in der Kuenringer-Kaserne, führte das Publikum zunächst in den Aufbau und die Aufgaben der Kaserne ein. Danach stand ein großes Highlight am Programm, die Erklärung des Führungssimulators, ein einzigartiges strategisches Übungselement in Österreich. Seit 2012 ist der Simulator in Weitra stationiert und dient unter anderem zur Vorbereitung einer realen Übung bzw. eines Einsatzes. „Das bedeutet Aus- und Weiterbildung von Entscheidungsträgern“, so Bachner. Die umfangreiche Datenbank ermögliche jedmögliche Szenerie und Einsatzgebiete: „Kein Land der Welt hat modernere technische Möglichkeiten als wir in Weitra“, so Bachner stolz.

Nach einer kleinen Stärkung lud die WALDVIERTEL AKADEMIE zur Sicherheitsmatinee unter dem Titel „Wem können wir noch vertrauen? Wie unsere (Daten-)Sicherheit garantiert wird“. Konstantin Lütgendorf, Kommandant des Truppenübungsplatzes Allentsteig, ging in seinem Eingangsstatement näher auf die Themen Cybersicherheit und Cyberverteidigung ein. Neben der sicherheitstechnischen Betrachtung stellte Lütgendorf aber auch den gesellschaftlichen Aspekt in den Mittelpunkt: „Das Internet ist ein Werkzeug. Wir müssen aber aufpassen, dass wir nicht selbst das Werkzeug von Dritten werden. Jeder ist selbst verantwortlich dafür, was er in das Internet stellt.“ Bewusstseinsbildung sei ein wichtiger Begriff, der auch im Elternhaus, in Schulen und genauso beim Bundesheer vorangetrieben werden müsse.

Hans Zeger von der ARGE-Daten behandelte im Anschluss Datenschutz und die DSGVO. „Diese regelt die Rechte der Menschen in der Informationsgesellschaft, um eben ihre eigenen Grundrechte zu waren“, so Zeger. Er ging aber auch auf die Informations- und Cybersicherheit ein und kritisierte dabei die Bedeutung des Landes Österreich: „Wir haben keine Chance beim Thema Cybersicherheit, wenn wir nicht an den internationalen Netzwerken beteiligt sind.“

So04Die Wichtigkeit der angesprochenen Aspekte zeigte sich auch in der anschließenden Podiums- und Publikumsdiskussion, die engagiert geführt – und auf Einladung der Kuenringer-Kaserne in Weitra – auch noch beim Mittagessen fortgesetzt wurde.

„Ein thematisch passender und erfolgreicher Abschluss der diesjährigen  Internationalen Sommergespräche“, war auch Christoph Mayer mit dem letzten Programmpunkt sehr zufrieden.

Über so manche skurrile „Viecha“

Im Rahmen der Internationalen Sommergespräche war die WALDVIERTEL AKADEMIE am Samstagabend erstmals auch in der Bezirkshauptstadt Waidhofen/Thaya zu Gast. Mit dem Theater an der Mauer wurde ein idealer Partner für einen humorvoll-literarischen Abend gefunden.

Für die erstmalige Kooperation hatte sich die WALDVIERTEL AKADEMIE auch etwas besonderes überlegt. Die beiden Journalisten Martin Haidinger (Ö1) und Reinhard Linke (ORF Niederösterreich) erarbeiteten für das Jahresthema „Woran glauben wir noch? Unsere Sehnsucht nach Wahrheit, Vertrauen und Sicherheit“ einen Bühnenabend, der vielerlei Skurriles und Humorvolles bot. „Zeitungsente und Grubenhund“ war der Titel und Haidinger und Linke wussten mit ihren Texten, unter anderem über Hitlers Tagebücher, den Tod von Paul McCartney, George Orwells 1984 und vieles mehr knapp zwei Stunden zu unterhalten.

Musikalisch begleitet wurden sie von der jungen Waidhofner Musikerin Marlene Zimmerl, die mit Stimme und Gesang begeisterte und unter anderem Billy Joel („Honesty“), Janis Joplin, Louis Jordan, The Andrew Sisters, aber auch mit STS und Rainhard Fendrich zum Besten gab.

Geschäftsführer Christoph Mayer war vollends zufrieden: „Ein ausverkauftes Haus und schon in den letzten Tagen haben wir immer wieder die Nachfrage erhalten, ob dieser Abend wiederholt wird. Daran werden wir ab Montag arbeiten, um noch viele weitere Menschen mit Zeitungsenten und Grubenhunden zu unterhalten.“

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