Entscheiden muss Ihr Kind!

„Was will Ihr Kind werden?“ lautet der Titel eines Berufsorientierungsprojektes der WALDVIERTEL AKADEMIE und NÖ Regional GmbH, welches gemeinsam mit vielen Partnern am 12. Februar umgesetzt wurde. Es war gleichzeitig der Abschluss einer zweijährigen Serie mit nun gesamt acht Veranstaltungen.

„Wir wollen den Eltern und Erziehungsberechtigten Orientierung und Unterstützung bieten“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Vorsitzender Ernst Wurz zur Projektidee, mit der quer durch das Waldviertel getourt wurde.

Erwin Lasslesberger stellte sein Einleitungsreferat unter den Titel „Ein schwieriges Alter. Wie Sie Ihren Sohn/Ihre Tochter am besten unterstützen können.“ Der Erwachsenenbildner ging dabei auf die Eltern-Kind-Beziehung und Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Kommunikation ein. „Natürlich stehen die Kinder vor einer wichtigen Weichenstellung, aber diese ist nicht endgültig, also keine Panik“, so Lasslesberger, der auch anmerkte: „Entscheiden muss Ihr Kind.“ Und „Nicht alles dreht sich um die Schule.“

Erich Steindl, Geschäftsführer der Druckerei Janetschek, stellte danach das Unternehmen, die Lehrberufe und das Erfolgsrezept vor. „Ich habe selbst 1990 als Lehrling hier begonnen. Mit unserer Spezialisierung auf umweltfreundliche Druckprodukte schaffen wir regionale Wertschöpfung und sichern so auch Arbeitsplätze im Waldviertel.“ Aktuell beschäftigt das seit 1912 bestehende Unternehmen 53 Mitarbeiter und zwei Lehrlinge. „Die Spaß an der Arbeit steht im Vordergrund“, so Steindl, der aber auch betonte: „Lebenslanges Lernen ist der Schlüssel zum Erfolg.“Eva Gonaus (Wirtschaftskammer Niederösterreich), David Schöfbeck (Arbeiterkammer Niederösterreich) und Brigitta Fida vom Jugendcoaching Waldviertel stellten danach den interessierten Eltern ihre Angebote zur Unterstützung der Jugendlichen und Erziehungsberechtigten vor. „Wichtig ist vor allem, dass es den Kindern Spaß macht, nichts ist in Stein gemeißelt“, so alle Vertreterinnen und Vertreter unisono. Im Mittelpunkt der Angebote steht die Beratung der Jugendlichen in allen Lebenslagen und bei einer möglichen Auswahl von weiteren Bildungs- oder Arbeitsmöglichkeiten.

Lehrlingsinfo_GruppenfotoVizebürgermeisterin Margit Weikartschläger zeigte danach auch die vielfältigen Aktivitäten der NMS Heidenreichstein auf. „Wer eine NMS besucht, kann alles werden“, so Weikartschläger, die auch auf die Wichtigkeit von berufspraktischen Wochen hinwies: „Die Schüler merken, dass der Weg als Lehrling, nicht als Chef, beginnt.“

„Ziel ist und war es, einen Überblick über verschiedene Beratungs- und Informationsmöglichkeiten zu geben, um nicht nur die jungen Menschen, sondern auch die Eltern und Erziehungsberechtigten bei der Berufswahl ihrer Kinder zu unterstützen“, so Ernst Wurz abschließend, „wir danken allen Kooperationspartnern, die mit uns dieses wichtige Projekt umgesetzt haben.“

 

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Smart Cities im Mittelpunkt

Auf Einladung des Gymnasiums Waidhofen und in Kooperation mit der WALDVIERTEL AKADEMIE warim Rahmen der Aktion Young Science Ende November Ursula Mollay vom Österreichischen Institut für Raumplanung in Waidhofen zu Gast, um mit den Schülerinnen und Schüler über Smart Cities und Smart Regions zu diskutieren.

Die Referentin wies auf die Notwendigkeit auch eines lokalen Umdenkprozesses in Hinblick auf die globalen Herausforderungen des Klimawandels hin. Auf europäischer Ebene wurden innovative Beispiele aus den Smart-Cities-Modellstädten Kopenhagen, Hamburg, Amsterdam, Wien, Genf und Lyon präsentiert.

Mollay erklärte auch die strategischen Ansatzpunkte, wie beispielsweise Energie, Mobilität, Gebäude, Digitalisierung, zum Smart Cities- bzw. Smart Regions-Konzept. Bereits etablierte Beispiele aus Niederösterreich, Wien und dem Südburgenland machten den Vortrag sehr praxisnah und erfassbar. Mit sehr anschaulichen Grafiken und Cartoons und spannenden Inhalten begeisterte die kompetente Referentin auch die Schülerschaft.

 

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Beziehungen benötigen Zeit

Gemeinsam mit der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien/Krems, dem Bildungs- und Heimatwerk St. Bernhard-Frauenhofen, dem Museum Horn und der Stadtgemeinde Horn lud die WALDVIERTEL AKADEMIE am 24. Oktober zu einem besonderen Vortrag ein: Norbert Scheibenpflug vom Hilfswerk Niederösterreich sprach über die Wichtigkeit und Gestaltung von Beziehungen.

Scheibenpflug spannte dabei einen weiten Bogen, von der Geburt bis hin zum Tod. „Beziehungen verändern uns, wir brauchen sie. Aber wir können Beziehungen auch verändern, damit sie für uns erfüllend sind“, so der Referent zu Beginn seiner Ausführungen. Schon bei der Geburt und als Kind sei man auf vertrauensvolle Beziehungen angewiesen, aber: „Elternwerden und Elternsein sind die größten Herausforderungen des Lebens.“ Kinder brauchen Sicherheit und Zeit, wenngleich dies der größte Mangel unserer Zeit sei. „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, so Scheibenpflug, der auch hier auf die Unterstützung und Beziehungen der Eltern hinwies.

In seinem nächsten Schwerpunkt rückte Scheibenpflug die Paarbeziehung in den Mittelpunkt. „In einer Beziehung kann man sich gemeinsam weiterentwickeln, über Grenzen hinauswachsen. Aber auch hierfür benötigt es Zeit.“

„Jeder Todesfall führt mir meine eigene Sterblichkeit vor Augen. Der Tod ist aber Teil des Lebens wie die Geburt. Eine Grenze mit der Frage: Was steckt dahinter?“, so Scheibenpflug, der auch die unterstützende Wirkung von Paarbeziehungen im Alter ansprach. Trauer sei eine gesunde und notwendige Reaktion, in dieser Phase benötige man aber stets Begleitung und Beziehung.

Zum Abschluss appellierte Scheibenpflug auch: „Oft lieben wir Dinge und benutzen die Menschen, dies sollte aber umgekehrt sein.“ Die zahlreich gekommenen Interessierten nutzten im Anschluss die Möglichkeit, mit dem Referenten noch zu diskutieren und in einen intensiveren Austausch zu gehen.

Christoph Mayer, Geschäftsführer der WALDVIERTEL AKADEMIE, war mit dem Abend vollends zufrieden: „Beziehungen sind der wesentliche Bestandteil des Lebens, hierfür muss man sich Zeit nehmen und noch mehr Bewusstsein schaffen. Die Ausführungen von Norbert Scheibenpflug haben gezeigt, wie wichtig Beziehungen für die Entwicklung eines jeden Menschen sind.“

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Zufriedene Gesichter nach einem spannenden Abend. (Foto: Museum Horn)

Empathie spielt eine wesentliche Rolle!

Im Rahmen der Waldviertler Vorlesungen lud die WALDVIERTEL AKADEMIE gemeinsam mit der FH Krems am Donnerstag, 4. Oktober in das Landesklinikum Waidhofen/Thaya zu einem spannenden Vortrag. Der Leiter des Josef Ressl-Zentrums in Krems, Gerhard Tucek, zeigte die Fortschritte bei der Forschung der personalisierten Therapie auf und gab eindrucksvolle Beispiele aus der Praxis.

„Die medizinische Versorgung wird immer besser, das subjektive Wohlbefinden aber immer kränker“, zitierter Gerhard Tucek zu Beginn seiner Ausführungen eine aktuelle WHO-Studie und er klärte auch gleich zu Beginn auf: „Bei der personalisierten Therapie sind die sozialen und psychischen Ebenen bedeutend, nicht die biologische oder die genetische.“

Jeder Therapeut und Arzt müsse sich in den Patienten hineindenken, es müsse klar sein, dass jedes Leid und jede Diagnose individuell gesehen werden muss. „Empathie spielt eine wesentliche Rolle. Krankheit und Gesundheit sind keine absoluten Größen, sondern sie haben immer etwas mit unseren Vorstellungen zu tun. Dabei sind Hoffnung, Glaube und Partizipation unterschätzte Faktoren im Heilungsgeschehen“, so Tucek. Diesen Ansatz verfolgt auch die Musiktherapie, die eine besondere Verbindung zum Patienten ermöglicht. „Wir wissen, dass sie wirkt, aber nicht, wie sie wirkt“, so Tucek weiter, „die Kunst dabei ist, jeden Patienten so anzusteuern, dass die Therapie wirkt.“

Besondern bei Hirn-Traumata, bei Angst und Schmerzen, bei Krebserkrankungen und in der letzten Phase des Lebens werden damit große Erfolge erzielt. Mit selbst aufgenommenen Videos aus der Praxis lieferte Tucek dabei auch beeindruckende Bilder und bestätigte seine Ausführungen. „Über aller medizinischen Versorgung, die natürlich sehr wichtig ist, steht die unglaubliche Wirkung der menschlichen Zuwendung. Die zwischenmenschliche Kommunikation ist ein komplexer Prozess, der immer wieder neu verhandelt werden muss“, so Tucek abschließend.

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Erstmals über 1000 Teilnehmer!

Bereits zum 34. Mal fanden 2018 die Internationalen Sommergespräche statt. So erfolgreich waren sie aber noch nie.

Erstmals konnte die WALDVIERTEL AKADEMIE von Donnerstag bis Sonntag über 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. 1034 Interessierte bedeuten ein neues Rekordergebnis für die Sommergespräche. „Auch wenn wir unseren Erfolg nicht primär an Besucherzahlen messen, sind wir natürlich sehr stolz und überglücklich, dass wir auch in diesem Jahr auf das richtige Thema gesetzt haben“, so Geschäftsführer Christoph Mayer.

Zfg01„Woran glauben wir noch? Unsere Sehnsucht nach Wahrheit, Vertrauen und Sicherheit“ war der diesjährige Titel, der Gäste aus nah und fern nach Weitra und Umgebung kommen lies. Ein erstes großes Highlight wurde mit der Offiziellen Eröffnung mit Johannes Huber vor mehr als 300 Interessierten auf Schloss Weitra gesetzt. Aber auch an den Tagen danach setzte sich die Rekordjagd fort. Schon Freitagvormittag platzte der Rathaussaal in Weitra bei Peter Kampits, Matthias Beck und Rudolf Taschner aus allen Nähten und auch die Wirtschaftsdiskussion bei Leyrer + Graf in Gmünd sprengte ebenso alle Erwartungen. Einen würdigen Abschluss des zweiten Tages bildete die Filmvorführung samt Gespräch mit Regisseur Kurt Langbein im Kino Gmünd, wo ebenso nur wenige Restplätze frei blieben.

Aber auch der Samstag war durchwegs von tollem Besuch und interessanten Diskussionen geprägt. Andreas Khol, Peter Kostelka, Bernd Marin, Anneliese Rohrer und viele mehr sorgten auf dem Podium für spannende Momente und wichtige Inhalte. Erstmals war die WALDVIERTEL AKADEMIE auch im Theater an der Mauer in Waidhofen zu Gast, die Lesung „Zeitungsente und Grubenhund“ war schon einige Tage zuvor ausverkauft.

Mit der Sicherheitsmatinee in der Kuenringer-Kaserne in Weitra gingen die diesjährigen Sommergespräche erfolgreich zu Ende. „Die steigende Teilnahme an den Sommergesprächen zeigt das Interesse und den Bedarf der Bürgerinnen und Bürger mit Fachexpertinnen und -experten grundsätzliche Fragen des Menschen und der Gesellschaft der Welt zu diskutieren“, zieht auch WALDVIERTEL AKADEMIE-Vorsitzender Ernst Wurz zufrieden Bilanz, „Glauben ist mehr als ein Für-Wahr-Halten bestimmter Glaubenssätze, sondern vor allem auch ein Antrieb für unsere Zusammenleben.“

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Sicherheit im Fokus

Mit dem Thema Sicherheit und einem Besuch in der Kuenringer-Kaserne in Weitra gingen die Internationalen Sommergespräche am Sonntag zu Ende. Mit 1.034 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden erstmals über 1.000 Besucher gezählt.

Oberstleutnant Reinhard Bachner, Garnisonskommandant in der Kuenringer-Kaserne, führte das Publikum zunächst in den Aufbau und die Aufgaben der Kaserne ein. Danach stand ein großes Highlight am Programm, die Erklärung des Führungssimulators, ein einzigartiges strategisches Übungselement in Österreich. Seit 2012 ist der Simulator in Weitra stationiert und dient unter anderem zur Vorbereitung einer realen Übung bzw. eines Einsatzes. „Das bedeutet Aus- und Weiterbildung von Entscheidungsträgern“, so Bachner. Die umfangreiche Datenbank ermögliche jedmögliche Szenerie und Einsatzgebiete: „Kein Land der Welt hat modernere technische Möglichkeiten als wir in Weitra“, so Bachner stolz.

Nach einer kleinen Stärkung lud die WALDVIERTEL AKADEMIE zur Sicherheitsmatinee unter dem Titel „Wem können wir noch vertrauen? Wie unsere (Daten-)Sicherheit garantiert wird“. Konstantin Lütgendorf, Kommandant des Truppenübungsplatzes Allentsteig, ging in seinem Eingangsstatement näher auf die Themen Cybersicherheit und Cyberverteidigung ein. Neben der sicherheitstechnischen Betrachtung stellte Lütgendorf aber auch den gesellschaftlichen Aspekt in den Mittelpunkt: „Das Internet ist ein Werkzeug. Wir müssen aber aufpassen, dass wir nicht selbst das Werkzeug von Dritten werden. Jeder ist selbst verantwortlich dafür, was er in das Internet stellt.“ Bewusstseinsbildung sei ein wichtiger Begriff, der auch im Elternhaus, in Schulen und genauso beim Bundesheer vorangetrieben werden müsse.

Hans Zeger von der ARGE-Daten behandelte im Anschluss Datenschutz und die DSGVO. „Diese regelt die Rechte der Menschen in der Informationsgesellschaft, um eben ihre eigenen Grundrechte zu waren“, so Zeger. Er ging aber auch auf die Informations- und Cybersicherheit ein und kritisierte dabei die Bedeutung des Landes Österreich: „Wir haben keine Chance beim Thema Cybersicherheit, wenn wir nicht an den internationalen Netzwerken beteiligt sind.“

So04Die Wichtigkeit der angesprochenen Aspekte zeigte sich auch in der anschließenden Podiums- und Publikumsdiskussion, die engagiert geführt – und auf Einladung der Kuenringer-Kaserne in Weitra – auch noch beim Mittagessen fortgesetzt wurde.

„Ein thematisch passender und erfolgreicher Abschluss der diesjährigen  Internationalen Sommergespräche“, war auch Christoph Mayer mit dem letzten Programmpunkt sehr zufrieden.

Über so manche skurrile „Viecha“

Im Rahmen der Internationalen Sommergespräche war die WALDVIERTEL AKADEMIE am Samstagabend erstmals auch in der Bezirkshauptstadt Waidhofen/Thaya zu Gast. Mit dem Theater an der Mauer wurde ein idealer Partner für einen humorvoll-literarischen Abend gefunden.

Für die erstmalige Kooperation hatte sich die WALDVIERTEL AKADEMIE auch etwas besonderes überlegt. Die beiden Journalisten Martin Haidinger (Ö1) und Reinhard Linke (ORF Niederösterreich) erarbeiteten für das Jahresthema „Woran glauben wir noch? Unsere Sehnsucht nach Wahrheit, Vertrauen und Sicherheit“ einen Bühnenabend, der vielerlei Skurriles und Humorvolles bot. „Zeitungsente und Grubenhund“ war der Titel und Haidinger und Linke wussten mit ihren Texten, unter anderem über Hitlers Tagebücher, den Tod von Paul McCartney, George Orwells 1984 und vieles mehr knapp zwei Stunden zu unterhalten.

Musikalisch begleitet wurden sie von der jungen Waidhofner Musikerin Marlene Zimmerl, die mit Stimme und Gesang begeisterte und unter anderem Billy Joel („Honesty“), Janis Joplin, Louis Jordan, The Andrew Sisters, aber auch mit STS und Rainhard Fendrich zum Besten gab.

Geschäftsführer Christoph Mayer war vollends zufrieden: „Ein ausverkauftes Haus und schon in den letzten Tagen haben wir immer wieder die Nachfrage erhalten, ob dieser Abend wiederholt wird. Daran werden wir ab Montag arbeiten, um noch viele weitere Menschen mit Zeitungsenten und Grubenhunden zu unterhalten.“

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Wir mischen uns zu wenig ein!

Die Samstagdiskussionen der Internationalen Sommergespräche endeten im Rathaus Weitra unter großem Interesse mit einer spannenden Diskussion zum schwierigen Verhältnis zwischen Politik, Medien und Wissenschaft.

„Der wissenschaftliche Diskurs zu Migration wurde zum Teil zu kontrovers geführt“, so Gudrun Biffl, Migrationsforscherin an der Donau-Universität Krems, „was der Politik einen gewissen Spielraum gegeben hat.“ Mit dem Rechtsruck in der Politik sei auch die Qualität von Lügen und Falschmeldungen Hand in Hand gegangen. „Eine Migration in den Sozialstaat, mittel- und langfristig, so etwas gibt es einfach nicht“, so Biffl. Objektive Fakten hätten öfter weniger Einfluss als emotionalisierte Behauptungen.

Sozialwissenschafter Bernd Marin ging danach auf politische Mythen und Falschmeldungen ein. Als konkretes Beispiel gab er die Schlagzeile „41,3 % Familien ohne Nachwuchs“. „Hier wurden Haushalte ohne Kinder – egal welchen Alters die Eltern sind – herangezogen, das sind zwei komplett verschiedene Dinge, also ein Schwachsinn“, so Marin. Ebenso verhalte es sich mit der Behauptung „Österreich sei kein Einwanderungsland“. Seite 1960 wandern im Durchschnitt 21.500 Personen ein. „Um die Bevölkerung zu stabilisieren, benötigt man aber 21.600, zur Stabilisierung der Erwerbsfähigen gar 44.000“, so Marin weiter.

In Politik, Medien und Wissenschaft gehe es um drei Dinge: Wahrheit, Vertrauen und Glaubwürdigkeit. „In allen drei Bereichen sind wir in eine totale Schieflage geraten“, so Journalistin Anneliese Rohrer. Fake News und Alternative Facts waren die Stichworte, Rohrer nahm aber auch die Gesellschaft in die Pflicht: „Wir mischen uns zu wenig ein. Wir haben als Gesellschaft viel zu lange zugeschaut und Sie machen ihrem Ärger viel zu wenig Luft.“ Medien und Politik seien nicht frei von Einfluss von der Gesellschaft, denn letztendlich „sind wir die Politik“, so Rohrer.

In einer engagierten Diskussion auf dem Podium und im Publikum endete die Diskussion im Rathaus Weitra, mit der die Sommergespräche in die Zielgerade gingen. „Wir sind absolut auf Besucherrekord-Kurs“, so Christoph Mayer, „mit den letzten beiden Programmpunkten am Samstag in Waidhofen und am Sonntag in Weitra werden erstmals über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezählt werden.“

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Im Waldviertel wird gemordet

Prost, Mahlzeit! Nachtisch! Als Einstieg in den Samstagnachmittag gab es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer Buchpräsentation und Musik ein ganz besonderes Programm.

Maria Publig, früher beim ORF tätig, hat einen Krimi geschrieben. Und das sehr erfolgreich. Nach nur drei Monaten war die erste Auflage in der Höhe von 4.000 Stück vergriffen, im Rahmen der Sommergespräche präsentierte sie ihr Buch auch im Rathaus Weitra.

„Ich weiß nicht, ob das Waldviertel so beliebt ist, oder das Morden“, so die Autorin zu Beginn mit einem Augenzwinkern. „Waldviertelmorde“ ist der Titel und es geht darin alles andere als ruhig zu. Walli Winzer, die Hauptperson des Krimis, hat die Nase voll: Von den Männern, den Kosmetikstudios und den Designershops in der Wiener City. Ein altes Haus im Waldviertel soll ihre künftige Oase sein. Doch schon bald erweist sich diese als intrigendurchsetzte, mörderische Fallgrube.

Während Publig einige spannende Textstellen las, wurde sie von der Wiener Mundharmonikavirtuosin Isabella Krapf begleitet. Das Duo ergänzte sich perfekt und bildete so den idealen Einstieg in den letzten Nachmittag der diesjährigen Sommergespräche.

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Kurt Langbeins Zeit für Utopien

Seit vielen Jahren ist die Kooperation mit dem Filmforum Gmünd und den Waldviertler Kinos in Gmünd ein Fixpunkt im Programm der Internationalen Sommergespräche. Am Freitagabend wurde im bis auf wenige Restplätze ausverkauften Kino „Zeit für Utopien“ gezeigt, auch Regisseur Kurt Langbein war zu einem Filmgespräch zu Gast.

Kino01„Eine cineastische Expedition zu den Einsteigern in eine neue Gesellschaft“, so der erste Satz der Beschreibung des neuesten Films von Langbein. Vielversprechende Möglichkeiten und Beispiele von Solidarität und Kooperation werden aufgezeigt, im Mittelpunkt stehen Hoffnung, Nachhaltigkeit, Zusammenarbeit und der Glaube an eine Welt, in der wir auf die Ressourcenverteilung und Umwelt besser Acht geben.

„Der Besuch und vor allem die intensive und emotionale Diskussion zeigt auch bei diesem Programmpunkt, welch großes Interesse an den Themen Regionalität, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung bei uns im Waldviertel herrscht“, so Geschäftsführer Christoph Mayer, der nach der Filmvorführung auch mit Langbein zum Film und den damit verbundenen Themen diskutierte. Dabei war Langbeins „Forderung“ klar: „Wir müssen es anpacken!“

Nähere Informationen und vieles mehr zum Film finden Sie hier. Unser Tipp: Unbedingt anschauen.

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