„Können uns sehr sicher fühlen!“

In Kooperation mit der der Donau-Universität Krems und der VHS Krems lud die WALDVIERTEL AKADEMIE am 18. April in das Audimax der Universität. Bundesminister Wolfgang Brandstetter und Diplomat Wolfgang Petritsch sprachen und diskutierten unter dem Titel “Unsere Welt verändert sich. Wie sicher ist Österreich?”.

Christian Hanus, Dekan der Fakultät für Bildung, Kunst und Architektur zeigte sich zu Beginn erfreut über das hochkarätige Podium: “Es ist auch unsere Aufgabe, Fragestellungen, die von gesellschaftlicher Bedeutung sind, zu diskutieren und zu erforschen. Ich nehme als Beispiel nur unser Department für Migration und Globalisierung, das sich intensiv mit den Flüchtlingsbewegungen auseinandersetzt.”

Bundesminister Wolfgang Brandstetter, selbst jahrelang im wissenschaftlichen Beirat der WALDVIERTEL AKADEMIE tätig, sorgte gleich zu Beginn für einen Lacher: “Wenn die Akademie bei mir anfragt, riskiert sie auch, dass ich komme.” Danach widmete sich der Justizminister aber ganz dem Thema und betonte, dass es einen Unterschied zwischen dem tatsächlichen und dem subjektiven Sicherheitsgefühl gibt. “Allein wegen der Justizanstalt Krems hier daneben, kann man sich sehr sicher fühlen”, so Brandstetter. Derzeit seien rund 9.000 Hälftlinge in Österreich untergebracht, der Höchststand aus dem Jahr 2007 wurde nie wieder erreicht. “Wenn man sich die Zeitungen so ansieht, hat man das Gefühl, wir müssen überquellen, aber so ist es nicht”, so Brandstetter weiter. Objektiv gesehen, sei die Lage und Sicherheit in Österreich beruhigend, wenngleich einige Faktoren wie Terrorismus nicht beeinflussbar wären. “Auch Österreich kann jederzeit von einem Anschlag betroffen sein. Es wäre blauäugig mit so etwas nicht zu rechnen, deshalb brauchen wir Instrumente, wie wir dagegen kämpfen können”, so der Minister. Brandstetter ging in weiterer Folge auf eine Nachfolgeregelung der Vorratsdatenspeicherung, Möglichkeiten zur Überwachung der Internettelefonie und eine stärkere Bekämpfung von Angriffen auf Beamten ein. “Vieles davon ist auch im aktuellen Regierungsprogramm niedergeschrieben. Wir können mit dem objektiven Sicherheitsempfinden zufrieden sein. Aber auch subjektive Lücken im Sicherheitsgefühl der Bevölkerung müssen Ernst genommen werden.”

Wolfgang Petritsch, ehemaliger Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf und bei der OECD in Paris zeigte in seinem Eingangsstatement drei wesentliche Faktoren für eine veränderte Welt auf. Die fundamentale Veränderung der Kommunikation (“Fakten versus Gefühl”), das Infragestellen von Demokratie aufgrund der Globalisierung und den Zusammenhang von Sicherheit und Freiheit. “Das sind die Hintergründe vor denen wir ‘Wie sicher fühlen wir uns’ diskutieren müssen”, so Petritsch und weiter: “Die Grenzen der Freiheit müssen ständig neu verhandelt werden in einer Welt, die sich so schnell verändert. Es muss auch eine Orientierung für Menschen geben, die sich in diesem scheinbaren Chaos nicht auskennen.” Dabei kritisierte der Diplomat auch die Politik: “Mir fehlt in Österreich der aufklärerische Impetus, dass man desöfteren auch unpopuläre Positionen einnimmt.”

In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum war natürlich auch das Thema Europa ein zentraler Punkt. “Große Fragen können nur in einem großen europäischen Kontext gelöst werden”, so Petritsch, “letztendlich hängen alle Fragestellungen mit der europäischen Ebene zusammen.” Auch Brandstetter pflichtete hier bei: “Vieles auf der Ebene der Europäischen Union ist dringend reformierbar. Aber ich glaube an dieses Europa als Friedensprojekt und es muss verteidigt werden.”

„Wir freuen uns immer wieder in Krems Gast sein zu dürfen“, so Christoph Mayer, Geschäftsführer der WALDVIERTEL AKADEMIE, „mit unseren Partnern gelingt es uns Jahr für Jahr eine sehr hochkarätige und spannende Veranstaltung durchzuführen.“

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Erni Mangold: „Fad ist mir nie!“

Was für ein Auftakt für das neu konzipierte Veranstaltungsformat der WALDVIERTEL AKADEMIE: Zu den ersten Waldviertler Vollmondgesprächen am 11. April waren fast 300 Personen gekommen, die den humorvollen Ausführungen der Schauspielerin Erni Mangold lauschten.

Der Mond strahlte hell am Himmel als sich der Waidhofner Stadtsaal füllte. Mit ihrem neuen Format, den Waldviertler Vollmondgesprächen, hat die WALDVIERTEL AKADEMIE erneut den Nerv der Zeit getroffen. Persönlichkeiten aus dem deutschsprachigen Raum erzählen bei dieser Serie aus ihrem Leben, den Beginn machte Erni Mangold. Mangold, 1927 geboren, präsentierte sich auf der Bühne von ihrer besten Seite. Gemeinsam mit Doris Priesching, die das Buch „Lassen Sie mich in Ruhe“ zu Papier gebracht hat, entwickelte sich ein interessantes, informationsreiches Bühnengespräch, das auch für viele Lacher sorgte.

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Vorstandsmitglied Gerhard Proißl begrüßte die zahlreich gekommenen Gäste

„Wir sind sehr stolz auf dieses Buch“, so Priesching zur Tatsache, dass soeben die siebente Auflage erschienen ist – und das obwohl man zunächst lange keinen Verlag gefunden hätte. Mangold hatte dazu aber ihre eigene Ansicht: „Ich finde es merkwürdig, dass man stolz ist.“  Die Schauspielerin erzählte in weiterer Folge auch über ihre Liebe zum Waldviertel: „Ich habe nicht eine Sekunde gebraucht, um mich hier wohl zu finden – und die Ködn hob i gern.“ Auch auf ihren Gesundheitszustand und ihre Fitness angesprochen, hatte Mangold die richtige Antwort parat. „Die Gene sind das nicht. Ich mache zwei Mal in der Woche 1,5 Stunden Krafttraining. Ich gehe kaum zur Kosmetik, aber meine Muskeln liebe ich.“ Angesprochen auf ihre geistige Fitness meinte Erni Mangold: „Ich bin neugierig. Ich bin ein Mensch der nach vorne lebt und ich interessiere mich für alles.“

Derzeit steht Mangold noch bis Jahresende im Stück „Harold und Maude“ im Theater in der Josefstadt in Wien auf der Bühne – danach soll aber Schluss sein. „Am 12.12. mache ich die Tür zu und trete nie wieder im Theater auf“, so Mangold, die aber gleich relativierte: „Film und Fernsehen mach ich schon, das sind nur cirka 12 Stunden Arbeit am Tag und nur fünf bis sechs Tage, das stehe ich locker durch.“

DSC_0009Mangold beeindruckte das zahlreich gekommene Publikum mit ihrer Direkt- und Offenheit und ihren humorvollen Erzählungen, ihre Sexszenen in „Der letzte Tanz“ und „Der 101jährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand“ durften dabei nicht fehlen. Zu ihrem Job als Schauspielerin hat Mangold aber dennoch eine sehr kritische Ansicht: „Es hat sich sehr viel geändert, der Job ist nicht mehr anstrebenswert, es gibt viele, die auf der Straße stehen.“

Auch die Themen Gründonnerstag und Vollmond durften nicht fehlen. Angesprochen auf die Frage, ob Mangold in der Karwoche auch die gleichnamige Speise zu sich nehmen wird, antwortete sie: „Ich bin ja einer der bekanntesten Schauspielerinnen, weil ich stehe in jedem Duden.“  „Bei Vollmond werde ich aber nervös“, so Mangold, die zum Schluss auch feststellte: „Fad ist mir nie!“

DSC_0014Zum Abschluss nutzten die vielen Interessierten noch die Möglichkeit ein signiertes Buch und Fotos mit der Schauspielerin zu erhaschen. Christoph Mayer, Geschäftsführer der WALDVIERTEL AKADEMIE, der auch das Konzept der Vollmondgespräche entwickelte: „Wir haben mit dieser Schiene einen weiteren und neuen Höhepunkt im Veranstaltungsjahr geschaffen und freuen uns schon auf die zweite Ausgabe im Herbst.“

Ein großes Dankeschön geht auch an die Partner und Unterstützer dieses Abends: Donau-Universität Krems, Stadtgemeinde Waidhofen/Thaya, Waldviertler Sparkasse Bank AG und Lagerhaus Waidhofen/Thaya.

 

„Wir stellen uns selbst das Haxl!“

Zu einer ganz besonderen Veranstaltung lud die WALDVIERTEL AKADEMIE in Kooperation mit der Raiffeisenbank Zwettl, dem Wirtschaftsforum Waldviertel, der Donau-Universität Krems und der Stadtgemeinde Zwettl am 20. März in den Raiffeisen-Saal. Unternehmer und Vizekanzler aD Hannes Androsch und Rechnungshofpräsident aD Josef Moser sprachen über ihr gemeinsames Buch “Einspruch! Der Zustand der Republik und wie sie noch zu retten ist”.

 Die Veranstalter hatten im Vorfeld viel zu tun, letztendlich konnten nicht alle Interessenten untergebracht werden, so groß war das Interesse. Rund 140 Personen war es dann vorbehalten, dem Abend beizuwohnen, darunter auch viel Prominenz: Vizebürgermeister Johannes Prinz, Birgit Trojan vom Wirtschaftsforum Waldviertel, Anne Blauensteiner, Heini Staudinger, Rotes Kreuz-Bezirkskommandant Josef Zimmermann und viele mehr waren gekommen, um den beiden honoren Persönlichkeiten zu lauschen und mit ihnen zu diskutieren.

DSC_0049Jurist Josef Moser, bis 2016 Präsident des österreichischen Rechnungshofes zeigte schon zu Beginn wichtige Themen auf, die zum Entstehen des Buches geführt haben. “Wir wollten wissen: Wie schaut unsere Zukunft aus? Bis 2048 werden die Kosten für Pensionen, Pflege und im Sozialbereich ansteigen. Dafür benötigen wir eine Wirtschaft, die diese Mehrausgaben erwirtschaftet, damit wir uns das leisten können. Wir sind spitze dabei, Einnahmen zu lukrieren, aber auch Weltmeister beim Geld ausgeben.” Bildung, Gesundheit, Pflege und Föderalismus waren Kernthemen von Mosers Aussagen, der aber auch klarstellte: “Die Zukunft schaut gut aus, wenn wir heute handeln!”

Hannes Androsch, früherer Vizekanzler unter Bruno Kreisky und heute erfolgreicher Unternehmer, stimmte seinem Vorredner zu: “Es gut uns gut, wir haben viel erreicht, darauf können wir von mir aus auch stolz sein. Aber es ist gefährlich, zu glauben, dass alles paletti ist.” Androsch sprach den Rückgang der Exporte und die Rekordarbeitslosigkeit an: “Anderswo, zum Beispiel in der Schweiz, in Tschechien, in der Slowakei – sehen wir genau das Gegenteil. Wir sind von der Überholspur auf die Kriechspur abgefallen und wenn wir so weitermachen, bleiben wir auf dem Pannenstreifen liegen.” “Wir haben das Buch geschrieben, um aufzurütteln”, so Androsch, der auch die Sozialpartnerschaft kritisierte: “Das ist viel mehr eine Sozialgegnerschaft oder eine Verhinderungspartnerschaft, beides ist nicht sehr förderlich.”

“Wir müssen jetzt etwas tun, damit das Geld effizient eingesetzt wird und das müssen wir gemeinsam tun”, so Moser über Budget und Schuldenbremse. Auch die Bürokratie und neue Regelungen ware nein brennendes Thema. “Wir stellen uns selbst das Haxl und setzen das mit lemminghafter Konsequenz fort”, so Androsch, “investitionsfreundlich ist dieses Klima nicht.” Auch die Bildungsreform bekam von beiden Herren ihr Fett weg, Androsch betonte: “Wir haben einen globalen Markt und die digitale Revolution. Darauf müssen wir unsere Kinder einstellen.”

An einem äußerst kurzweiligen Abend bekamen auch die Besucherinnen und Besucher mit den Podiumsgästen zu diskutieren, ehe der Abend bei einem Glas Wein seinen verdienten Ausklang fand. “Androsch und Moser übten zwar einerseits viel Kritik an der herrschenden Politik in Österreich, gaben aber andererseits viele machbar scheinende Handlungsempfehlungen”, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Vorsitzender Ernst Wurz, der sich über einen gelungenen Abend freute.

Müssen für Europas Werte kämpfen!

Am Donnerstag, 2. März 2017 lud die WALDVIERTEL AKADEMIE in Kooperation mit der Universität Wien und der Donau-Universität Krems in den Kleinen Festsaal der Universität, um gemeinsam mit Bundespräsident aD Heinz Fischer und Justizminister Wolfgang Brandstetter das Thema “Die Welt von morgen. Europas Werte und unsere Zukunft” zu diskutieren. 

dsc_0038“Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Welt von gestern, jener von heute und der von morgen”, waren sich die beiden Diskutanten bereits zu Beginn einig. “Die Frage, ob wir aus der Geschichte lernen, wird in beide Richtungen vehement beantwortet”, so Fischer, “ich persönlich gehöre zu den Optimisten, die überzeugt sind, dass wir aus der Geschichte lernen.” Dennoch zeigte sich Fischer über die aktuelle Entwicklung auch besorgt: “Der Schwung und die Aufbruchsstimmung lassen nach, neue Kräfte und auch Ratlosigkeit treten auf. Wir müssen heute Phänomenen entgegenwirken, von denen wir gedacht haben, wir hätten sie uns hinter uns gelassen. Nationalismus Ist nur eines davon.” Dennoch ist sich Fischer sicher: “Die Demokratie ist gefestigt, aber sie ist nicht unzerstörbar. Der europäische Gedanke hat viel bewirkt, aber Europa wird nie an dem Punkt sein, an dem wir sagen können, das Werk ist fertig.”

Justizminister Wolfgang Brandstetter zeigte in seinem Eingangsstatement viele persönliche Erlebnisse aus seiner Vergangenheit auf. “Es gibt Erlebnisse, die sich einbrennen, die eigene Wertehaltung entsteht durch Erfahrungen, für meine Generation ist Europa mit vielen Emotionen verbunden und es ist wichtig, dass diesem großartigen Projekt kein Schaden zugefügt wird.” Auch die Werte-Frage beantwortete Brandstetter klar: “Europas Werte dürfen nicht von Nationalisten totgeprügelt warden. Diese Werte sind unsere Zukunft und wir müssen sie jetzt verteidigen.” Brandstetter plädierte auch für eine Bildungs-Offensive: “Ich frage mich, woher der Hass in unserer Gesellschaft kommt? Wir müssen alles tun, um dem entgegenzuwirken. Demokratie setzt einen mündigen Bürger voraus.”

Im Anschluss an die Wortmeldungen war auch das Publikum aufgerufen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Die Trennung von Kirche und Staat, die aktuellen Diskussionen um ein Verschleierungsverbot, aber auch die USA waren dabei Thema. “Das gemeinsame Haus Europa droht kleiner zu werden”, so Brandstetter: “Das tut weh, aber jetzt ist es an der Zeit, den Turbo einzubauen. Dann können wir es schaffen und dann gibt es auch eine Zukunft.” Kritisch äußerte sich Fischer auf Nachfrage zu Donald Trump: “Sicher fühle ich mich bei ihm nicht. Ich will aber auch nicht mit einem risen Misstrauensvorschuss an ihn herangehen.”

“Für die WALDVIERTEL AKADEMIE war es ein sehr gelungener Auftakt zur Jahres-Veranstaltungsreihe ‘Die Welt von morgen’”, war auch Vorsitzender Ernst Wurz zufrieden, “besonders freut es uns, dass die Jugend, der Europa und die Zukunft ein großes Anliegen ist, so stark vertreten war.”

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Workshop: Demokratie neu gedacht!

Rund 40 Schülerinnen und Schüler der zweiten Klassen der BHAK/BHAS Waidhofen/Thaya nahmen am Montag, 20. Februar am von der WALDVIERTEL AKADEMIE organisierten „Demokratie-Workshop“ teil. Durchgeführt wurde dieser von Tamara Ehs und Florian Sturm von der IG Demokratie, unterstützt von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung.

„Politik soll sich um das gute Leben kümmern“, so Ehs zu Beginn, „und das kann sich für alle ausgehen. Wir schauen uns an, wie kann man überhaupt noch politisch handeln?“ Und Kollege Sturm ergänzte: „Wie kann man eine Welt schaffen, die für alle funktioniert?“

In dem fast vierstündigen Workshop wurden Politik-Erfahrungen ausgetauscht, neue Formen von Wahlsystemen vorgestellt und der Frage nachgegangen, was kann ich selbst für ein besseres Leben machen?

Weltpolitik, Donald Trump, Flüchtlingspolitik und das Schulsystem waren Begriffe, die die Schülerinnen und Schüler, die sehr engagiert mitarbeiteten, zu Beginn in den Raum stellten. Auch wurde von den beiden Workshop-Leitern dargestellt, das alles auf dieser Welt mit Politik zu tun hat – auch Liebe, Tiere, Musik und Sport. „Alle Dinge haben politische Aspekte. Von früh bis spät ist man damit konfrontiert, dass man nicht allein auf dieser Welt ist“, so Ehs.

Spannende Ergebnisse brachte auch die Abfrage von Aussagen zutage. „Es muss sich etwas ändern auf dieser Welt“ bekam die volle Zustimmung, rund zwei Drittel bestätigten „Mir ist es wichtig, dass ich mitbestimmen und mitreden kann.“

Den Abschluss bildete die ganz konkrete Fragestellung „Wo kann ich mich selbst engagieren und was kann ich konkret machen, um im eigenen Umfeld das zu ändern, das mich stört?“. Umwelt- und Tierschutz, Gemeinde, Flüchtlingsthematik, Arbeitsplätze und Wirtschaft aber auch das Schulsystem waren hier wichtige Thematiken.

Die Feedback-Runde zum Ende des Nachmittags bestätigte die Beobachtungen während des Nachmittags, gab es hier doch viel Lob für die beiden Vortragenden. „Ich bin sehr froh, dass Tamara Ehs im Vorjahr an uns herangetreten ist“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer, „und dass wir mit den Schülerinnen und Schülern und Martina Dorfinger von der BHAK/BHAS Waidhofen/Thaya einen motivierten Partner zur Umsetzung gefunden haben.“

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„Sie werden dafür bezahlen!“

Am Donnerstag, 26. Jänner 2017, luden die BHAK/BHAS Waidhofen/Thaya und die WALDVIERTEL AKADEMIE zum Vortag “Milliardengrab Hypo Alpe Adria”. Rund 140 Interessierte waren gekommen, um sich vom Wirtschaftsprofessor Josef Aff “das größte ökonomische Geldvernichtungsprojekt” erklären zu lassen.

dsc_0002Unter den Zuhörern waren auch Vertreter der Banken (Kurt und Martin Bogg), der Wirtschaft (Dietmar Schimmel), der Beratungskanzleien (Thomas Lebersorger) und der Politik (Melitta Biedermann). All jene Bereiche spielten auch im Fall Hypo Alpe Adria eine große Rolle, wie Josef Aff, ehemaliger Vorstand des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der Universität Wien, erklärte: “Wir bewegen un shier immer an der Schnittfläche von Politik und Wirtschaft.”

Aff erklärte detailliert und verständlich wie aus der 1896 als kleine Hypothekenbank gegründete Hypo mit der Umwandlung in eine AG im Jahr 1991 und dem geplanten Turbo-Wachstum in den Jahren 1992 bis 2006 ein multinationaler Player wurde. Allein von 1992 auf 2008 waren die Bilanzsumme von 1,9 Milliarden Euro auf 43,3 und der Mitarbeiterstand von 30 auf 8.100 gestiegen. “Kreditvergabe und -kontrolle lagen hier im Argen”, so Aff, “in der Ära Haider erfolgten Kreditvergaben auf Zuruf, nach dem Motto, das Land Kärnten bin ich.”

Nicht minder spannend gestalteten sich die Ausführungen über den Verkauf der Hypo nach Bayern und die zwei Jahre erfolgte Notverstaatlichung, die als “teuerste Nacht der 2. Republik” in die Geschichte eingeht. “Hier wurde absolut unklug agiert”, stellte Aff fest, der aber auch die Zeit danach kritisierte. “Es war ein Sündenfall, nicht gleich eine Bad Bank zu gründen. Wir reden hier von Milliarden, die verloren gingen, nicht von Peanuts”.

Zu guter Letzt listete Aff natürlich auch die Kosten, die vom Steuerzahler zu tragen sind, auf. “Wie viel dieses Debakel genau kosten wird, ist nach wie vor nicht geklärt”, so Aff, “aber eines ist klar: Sie alle werden dabei sein, wenn das Geld zurückgezahlt wird.” Schätzungen zufolge wird sich das Debakel auf sechs bis elf Milliarden Euro belaufen.

In einer sehr anregenden Diskussion wurden auch Vorschläge gegeben, wie solche Fälle in Zukunft verhindert werden könnten. “Ich würde mir ein Gesetz wünschen, dass auch Bundesländer in Konkurs gehen können”, so Aff, “allein die Möglichkeit würde sie etwas disziplinieren.”

“Wir sind sehr froh, dass wir diesen Abend gemeinsam mit der BHAK/BHAS durchführen konnten”, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer, “das große Interesse und die spannenden Ausführungen und Diskussionen haben gezeigt, dass sich die Bevölkerung auch mit diesen komplexen Themen auseinandersetzt und ein großes Interesse an Wirtschaft und Politik haben.”

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„Müssen gut sanieren!“

Am Donnerstag, 20. Oktober 2016, lud die WALDVIERTEL AKADEMIE gemeinsam mit der Energieagentur der Regionen, der Donau-Universität Krems und der Stadtgemeinde Waidhofen zu den Waldviertler Vorlesungen unter dem Titel „Hausverstand. Die Intelligenz traditioneller Hausformen in unterschiedlichen Klimazonen Österreichs“ in den Stadtsaal. Gregor Radinger und Otmar Schlager gaben dabei einen spannenden Einblick in Hausformen, Klimabedingungen und Energieeinsparungspotentiale.

Architekt Radinger, der an der Donau-Universität in Krems tätig ist, gab zunächst einen geschichtlichen Abriss über die Architekturgeschichte, von der Bauernhausforschung bis heute. „Wir alle wurden vom so genannten Internationalen Stil, der ab 1922 große Veränderungen brachte, stark beeinflusst“, so Radinger. Danach zeigte der Architekt auf, welche Typen von bäuerlichen Gebäuden in welchen Regionen Österreichs gebaut wurden. „Diese unterschiedlichen Hausformen – vom alpinen Einhof bis zu den außeralpinen Formen – müssen dann natürlich in einen klimatischen Kontext gesetzt werden“, so Radinger. So könne gut dargestellt werden, dass sich die Hausformen nicht nur an die vor Ort vorhandenen Rohstoffe angepasst haben, sondern vor allem auch an die klimatischen Bedingungen. Derzeit forscht Radinger mit seinem Team an Originalobjekten, um zu zeigen, wie die diversen Hofformen das Leben der Menschen beeinflussten.

Der Geschäftsführer der Energieagentur der Regionen, Otmar Schlager, ging in seinem Vortrag auf die regionalen Klima- und Energiekonzepte des Waldviertels ein. „Wir haben 12.500 Gebäude im Bezirk, davon sind rund 11.000 Wohngebäude“, so Schlager, „hier geht es vor allem darum, die Heizenergiekennzahlen zu senken und das ist mit dem heutigen technischen Stand absolut möglich.“ Schlager gab einen Überblick, welche Einsparpotentiale es im Energiebereich gibt und präsentierte dabei auch die erfolgreichen Mustersanierungen seiner Institution. „Bei der Volksschule Waidhofen konnten 85 Prozent der Heizkosten eingespart werden.“

In einer lebhaften Diskussion, an der sich unter anderem auch Firmenchef Willibald Longin und Reissmüller-Zimmermeister Johann Dangl beteiligten, war man sich schnell einig: „Wir müssen nicht nur versuchen günstig zu investieren, sondern auch an die Folgekosten denken und gut sanieren.“

„Mit den letzten Waldviertler Vorlesungen im Jahr 2016 hat der Begriff Hausverstand eine ganz neue Bedeutung bekommen“, zeigte sich WALDVIERTEL AKADEMIE-Vorsitzender Ernst Wurz zufrieden und freut sich schon auf eine Fortsetzung 2017.

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Nicht nur mit Vollgas unterwegs sein!

Am Donnerstag,11. Oktober 2016, lud die WALDVIERTEL AKADEMIE gemeinsam mit der VHS Horn, der KPH Wien/Krems, der Donau-Universität Krems und der Stadtgemeinde Horn zu den Waldviertler Vorlesungen unter dem Titel „Stress im Griff. Wie Sie sich erfolgreich vor einem Burn-Out schützen“. Der Pöggstaller Allgemeinmediziner Thomas Schöggl gab dabei einen interessanten Einblick in die Entstehung und Symptome von Stress sowie Möglichkeiten zur Prävention.

Vor einem gut gefüllten Festsaal im Horner Kunsthaus (mit Bezirkshauptmann Johannes Kranner, Waldviertel-Tourismus-Geschäftsführer Andreas Schwarzinger, Pfarrer Johannes Mikes und Oberst Josef Fritz war auch zahlreiche Prominenz anwesend) zeigte Schöggl zu Beginn auch die volkswirtschaftlichen Kriterien von Stresserkrankungen auf: Die psychisch bedingten Krankenstandstage seien innerhalb von 20 Jahren von 1 Million im Jahr 1994 auf 3,6 Millionen 2014 gestiegen. „1 Million Österreicher sind Burn-Out gefährdet“, so Schöggl und weiter: „Es wird was getan, aber die Maßnahmen greifen nicht. Man könnte überspitzt sagen, die Lage ist out of control.“

In seinen Ausführungen wies der Mediziner darauf hin, dass bei der Entstehung von Burn-Out immer mehrere Faktoren zusammenkommen. „Belastende Arbeitsverhältnisse oder Lebenssituationen, Überorganisation, mangelnde Trennung von Beruf und Privatem, aber auch positiver Stress, zB wenn man im Sport zu lange und zu hart trainiert, können krank machen“, so Schöggl.

An Burn-Out erkrankte Personen durchlaufen meist zwölf Stadien – von der Übermotivation bis hin zur völligen Leere und Depression – und zeigen Symptome wie Schlafstörungen, Angstzustände sowie Traurig- und Mutlosigkeit. „Die Balance von Stress und Erholung ist natürlich das Wichtigste“, so Schöggl, der mit dem Publikum auch mehrere praktische Erholungsübungen durchführte.

„In Österreich leiden zwei bis drei Millionen Menschen an Schlafstörungen“, so Schöggl, der auf die richtigen Präventionsmaßnahmen verwies. Mittels der sogenannten HRV-Analyse kann der Ist-Zustand mittels verschiedener Stressmessungen genau ermittelt werden, ehe verschiedene Aktionen in den Bereichen Entspannung, Empowerment und Stabilisierung gesetzt werden können. „Man kann die Tendenzen umkehren und so wieder zu einem gesunderen Leben zurück kommen“, so Schöggl.

Im Rahmen einer lebendig geführten Diskussion ging Schöggl auch noch auf die Themen Mobbing und neue Medien („Es gibt hierfür noch keine Umgangskultur“) um und stellte für das berufliche Umfeld fest: „Die Wertschätzung der Mitarbeiter sollte weit über die Finanzen gestellt werden.“

„Die Themen Stress und Burn-Out-Gefährdung gehen quer durch alle Berufs- und Altersgruppen“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Vorsitzender Ernst Wurz zum gelungenen Abend, „die heutige Waldviertler Vorlesung lieferte wertvolle Hinweise, Symptome rechtzeitig zu erkennen und durch Gegensteuern helfend einzugreifen.“

Am 20. Oktober findet die Reihe „Waldviertler Vorlesungen“ mit ihrer fünften Ausgabe, diesmal zum Thema „Hausverstand“ im Stadtsaal Waidhofen/Thaya, seinen Schlusspunkt.

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Es ist furchtbar, darüber zu reden!

Mit einer ganz besonderen Veranstaltung hat die WALDVIERTEL AKADEMIE in Kooperation mit Stark-Buch, der Donau-Universität Krems und der Stadtgemeinde Gmünd am Mittwoch, 28. September ihren Jahres-Schwerpunkt „Was braucht der Mensch? Unser Leben zwischen Hoffnung und Chancen“ abgeschlossen.

Mit Marko Feingold war der Präsident der Isrealitischen Kultusgemeinde zu Gast, und weit mehr als 200 Gäste waren gekommen, um seinen Ausführungen im ausverkauften Palmenhaus zu lauschen. Der mittlerweile 103jährige hat vor einigen Jahren seine Biographie „Wer einmal gestorben ist, dem tut nichts mehr weh“ herausgebracht und sprach fast drei Stunden über sein Leben.

Feingold überlebte vier Konzentrationslager, zeigte aber an diesem Abend auch, dass er sich seine Lebensfreude und seinen Humor erhalten hat. „Es ist furchtbar, darüber zu reden“, erzählte Feingold an diesem Abend seine berührende Geschichte. Im Konzentrationslager Auschwitz magerte er innerhalb von nur zwei Monaten von 55 auf unter 30 Kilogramm ab. „Man kann sich diesen Zustand nicht vorstellen“, so Feingold, „man beginnt körperlich zugrunde zu gehen, die Häftlinge sind stehend gestorben.“

Feingold sprach über seine schwierige Zeit, aber auch über die Monate nach der Befreiung aus Buchenwald, in der eine Verpflegungsstätte für politisch Verfolgte leitet und unzähligen KZ-Überlebenden bei ihrer Flucht nach Palästina hilft. „Es ist unglaublich, dass so etwas unter Menschen möglich ist“, so Feingold, „man hat sich eher den Tod gewünscht als so eine Behandlung.“

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Alle Fotos: (c) Reinhard Stark

Trotz der „Überlänge“ der Abendveranstaltung lauschte das Publikum den Ausführungen von Feingold gespannt und nutzte im Anschluss auch noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit Feingold über sein Leben zu diskutieren.

Das Leben bewusst genießen!

Am Donnerstag, 22. September 2016, lud die WALDVIERTEL AKADEMIE gemeinsam mit dem Landesklinikum Waidhofen/Thaya, der FH Krems, der Donau-Universität Krems und der Stadtgemeinde Waidhofen/Thaya zu den Waldviertler Vorlesungen unter dem Titel „DNA-Genetik-Epigenetik. Neue Erkenntnisse in der zukunfts- und patientInnen-orientierten (Krebs-)Forschung“. Krebsforscherin Rita Seeböck und Onkologie-Experte Andreas Kretschmer gaben dabei einen interessanten Einblick in den Aufbau des Körpers und zu aktuellen Krebstherapien.

dsc_0166Vor einem prall gefüllten Konferenzsaal im Landesklinikum Waidhofen/Thaya gab Rita Seeböck vom Department Life Sciences der IMC FH Krems zunächst einen Überblick über die Grundlagen der Genetik, den genetischen Code und die Epigenetik. „Mit genauen DNA-Analysen können wir eine Therapieauswahl treffen, die für den einzelnen Menschen positive Effekte zeigt“, so die Wissenschafterin. Derzeit forscht Seeböck an einem Lungenkrebs-Projekt und geht der Frage nach „was kann man tun, um die Behandlungsmethoden noch personalisierter zu gestalten.“

Der Leiter der Inneren Medizin am Landesklinikum Andreas Kretschmer sprach danach über seine tagtägliche Arbeit und stellte gleich zu Beginn klar: „Die billigste Krebsverhinderung ist das Zigarettenrauchen zu verhindern, immerhin ist dies zu 90 Prozent der Auslöser dieser Krankheit.“

In einer lebendigen Diskussion wurden im Anschluss auch noch viele Publikumsfragen zu verschiedenen Krebserkrankungen und möglichen Therapie- und Vorbeugemaßnahmen angesprochen. „Man ist aber nicht komplett schicksalsergeben“, so Kretschmer abschließend, „der Mensch ist selbst für sein Leben verantwortlich. Das Wichtigste ist, das Leben bewusst zu genießen.“

„Das große Interesse und die intensive Diskussion hat gezeigt, dass wir auch mit den Waldviertler Vorlesungen aktuelle und wichtige Themen der Region und Zeit aufgreifen“, freute sich Geschäftsführer Christoph Mayer über die Veranstaltungsreihe, die im Oktober zwei Fortsetzungen erlebt. Am 11. Oktober steht im Kunsthaus Horn „Stress im Griff. Wie Sie sich erfolgreich vor einem Burn-Out schützen“ am Programm, ehe am 20. Oktober im Stadtsaal Waidhofen das Thema „Hausverstand. Die Intelligenz traditioneller Hausformen in unterschiedlichen Klimazonen Österreichs“ diskutiert wird.

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