Entscheiden muss Ihr Kind!

„Was will Ihr Kind werden?“ lautet der Titel eines Berufsorientierungsprojektes der WALDVIERTEL AKADEMIE und NÖ Regional GmbH, welches gemeinsam mit vielen Partnern am 12. Februar umgesetzt wurde. Es war gleichzeitig der Abschluss einer zweijährigen Serie mit nun gesamt acht Veranstaltungen.

„Wir wollen den Eltern und Erziehungsberechtigten Orientierung und Unterstützung bieten“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Vorsitzender Ernst Wurz zur Projektidee, mit der quer durch das Waldviertel getourt wurde.

Erwin Lasslesberger stellte sein Einleitungsreferat unter den Titel „Ein schwieriges Alter. Wie Sie Ihren Sohn/Ihre Tochter am besten unterstützen können.“ Der Erwachsenenbildner ging dabei auf die Eltern-Kind-Beziehung und Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Kommunikation ein. „Natürlich stehen die Kinder vor einer wichtigen Weichenstellung, aber diese ist nicht endgültig, also keine Panik“, so Lasslesberger, der auch anmerkte: „Entscheiden muss Ihr Kind.“ Und „Nicht alles dreht sich um die Schule.“

Erich Steindl, Geschäftsführer der Druckerei Janetschek, stellte danach das Unternehmen, die Lehrberufe und das Erfolgsrezept vor. „Ich habe selbst 1990 als Lehrling hier begonnen. Mit unserer Spezialisierung auf umweltfreundliche Druckprodukte schaffen wir regionale Wertschöpfung und sichern so auch Arbeitsplätze im Waldviertel.“ Aktuell beschäftigt das seit 1912 bestehende Unternehmen 53 Mitarbeiter und zwei Lehrlinge. „Die Spaß an der Arbeit steht im Vordergrund“, so Steindl, der aber auch betonte: „Lebenslanges Lernen ist der Schlüssel zum Erfolg.“Eva Gonaus (Wirtschaftskammer Niederösterreich), David Schöfbeck (Arbeiterkammer Niederösterreich) und Brigitta Fida vom Jugendcoaching Waldviertel stellten danach den interessierten Eltern ihre Angebote zur Unterstützung der Jugendlichen und Erziehungsberechtigten vor. „Wichtig ist vor allem, dass es den Kindern Spaß macht, nichts ist in Stein gemeißelt“, so alle Vertreterinnen und Vertreter unisono. Im Mittelpunkt der Angebote steht die Beratung der Jugendlichen in allen Lebenslagen und bei einer möglichen Auswahl von weiteren Bildungs- oder Arbeitsmöglichkeiten.

Lehrlingsinfo_GruppenfotoVizebürgermeisterin Margit Weikartschläger zeigte danach auch die vielfältigen Aktivitäten der NMS Heidenreichstein auf. „Wer eine NMS besucht, kann alles werden“, so Weikartschläger, die auch auf die Wichtigkeit von berufspraktischen Wochen hinwies: „Die Schüler merken, dass der Weg als Lehrling, nicht als Chef, beginnt.“

„Ziel ist und war es, einen Überblick über verschiedene Beratungs- und Informationsmöglichkeiten zu geben, um nicht nur die jungen Menschen, sondern auch die Eltern und Erziehungsberechtigten bei der Berufswahl ihrer Kinder zu unterstützen“, so Ernst Wurz abschließend, „wir danken allen Kooperationspartnern, die mit uns dieses wichtige Projekt umgesetzt haben.“

 

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Crowdfunding für Thayatal.TV startet

Gemeinsam mit dem Centre for the Future aus Zlabings/Slavonice und Christian Pfabigan Videoproduktion startete die WALDVIERTEL AKADEMIE im Jänner 2018 das grenzüberschreitende Online Video-Magazin „Thayatal.TV“. Mittels Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Startnext (www.startnext.com/thayatal-tv) soll das Projekt jetzt fortgesetzt werden.

„Wir haben in den letzten zwölf Monaten tolles Feedback bekommen und wurden immer wieder darauf angesprochen, dieses Projekt unbedingt fortzusetzen“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer erfreut, „und auch uns ist dies ein großes Anliegen im Rahmen unserer grenzüberschreitenden Kompetenz.“ Zwölf Folgen sind im Jahr 2018 erschienen, über 11.000 Klicks, mehr als 100 YouTube-Follower und fast 400 Facebook-Fans hat die Marke „Thayatal.TV“ innerhalb kürzester Zeit generiert. 130 Personen kamen zu Wort, die Themenvielfalt war dabei bewusst sehr breit: Land- und Forstwirtschaft, Wirtschaft, Kultur, Natur, Gemeinden, Energie, Geschichte, Gesundheit und Tourismus. „Gesamt wurden unsere Videos fast 32Tage gestreamt, das zeigt natürlich auch den Stellenwert“, so Mayer weiter.

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Das Projekt wurde aus europäischen Mitteln finanziert, eine Fortsetzung ist – trotz positiven Rückmeldungen – in dieser Förderschiene jedoch nicht möglich. „Wir arbeiten derzeit intensiv daran, das Projekt auch 2019 fortführen zu können“, so Mayer, „dazu brauchen wir aber auch die Unterstützung unserer Fans und der Bevölkerung.“ Deshalb startet die WALDVIERTEL AKADEMIE am 16. Jänner 2019 erstmals eine Crowdfunding-Aktion für dieses Projekt. Euro 7.500 sollen damit generiert werden, mit weiteren Sponsoren und Förderungen kann „Thayatal.TV“ dann wieder zwölf Ausgaben ausstrahlen. Für die Unterstützungsleistungen hat sich das Projektteam eine breite Dankeschön-Palette ausgedacht: Von Namenserwähnungen und Goodie-Bags über den Blick hinter die Kulissen und die Wall of Fame bis hin zur Übernahme von Moderationen und der Erstellung von Veranstaltungsbeiträgen und Image-Videos ist alles dabei. „Wir wollen damit das breite Spektrum unserer möglichen Unterstützer abdecken, hier soll für jeden etwas dabei sein“, so Mayer weiter, „im Mittelpunkt steht natürlich der gemeinsame Glaube an das Projekt.“

dsc_0351Die Zielsetzung von Thayatal.TV bleibt dabei unverändert. „Wir wollen unaufgeregten Journalismus machen und Information bieten, über wichtige Themen der Region berichten und den Blick über die Grenze wagen“, so Mayer, „das macht dieses Format ja auch so beliebt.“ Das sehen auch Wirtschaft und Politik so. „Regionale Fernsehsender wie Thayatal.TV sind deshalb so wichtig, weil man direkt aus der Region die neuesten News bekommt und das kuratiert, recherchiert und dementsprechend qualitätsvoll“, so Wirtschaftsforum Waldviertel-Obmann Christof Kastner. Und auch Bürgermeister Robert Altschach meint: „Ich habe die Ausgaben gespannt verfolgt. Es ist vor allem auch total interessant, was in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, in Slavonice, stattfindet.“

Ab 16. Jänner haben Interessierte die Möglichkeit sich auf www.startnext.com/thayatal-tv über das Projekt zu informieren und ihre Unterstützung abzugeben. „Es sind unsere ersten Crowdfunding-Schritte, aber gerade bei Thayatal.TV passt diese Form des gemeinsamen Zieles sehr gut“, so Mayer abschließend.

Was ist eigentlich Crowdfunding?
Bei Crowdfunding wird ein Projekt, ein Produkt oder ein Start-Up finanziell von einer Vielzahl an Menschen (der „Crowd“) über das Internetz unterstütz und damit erst möglich gemacht. Dabei gibt es im Vorfeld eine definierte Mindestsumme, die in einem vorher festgelegten Zeitraum erreicht werden muss, damit das Projekt realisiert wird, sonst wird das Geld der Crowd wieder zurück bezahlt. Wir haben uns für ein klassisches Crowdfunding („Reward-Based Crowdfunding“) entschieden. Bei diesem Modell erhalten die Unterstützer des Projektes eine nicht-finanziell Gegenleistung, also ein kleines Dankeschön, nachdem da Projekt erfolgreich finanziert worden ist.

Gemeinsam etwas Schaffen. Werde ein Teil von Thayatal.TV.

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Schwerpunkt 2019: Grenzen

Nach „Woran glauben wir noch? Unsere Sehnsucht nach Wahrheit, Vertrauen und Sicherheit“ (2018), „Die Welt von morgen. Europas Werte und unsere Zukunft“ (2017) und „Was braucht der Mensch? Unser Leben zwischen Hoffnung und Chancen“ (2016)“ verschreibt sich die WALDVIERTEL AKADEMIE auch im nächsten Jahr einem wichtigen grundsätzlichen Thema. Unter dem Titel „Grenzen. Erkennen. Verbinden. Überwinden“ wird erneut eine Vielzahl an Veranstaltungen stattfinden.

Der Begriff der Grenze ist in unserem täglichen Leben allgegenwärtig. Aber was ist eigentlich eine Grenze? Und wie wird sie definiert?

Grenze – ein Wort, unzählige Definitionen, ein fast grenzenloser Begriff. Abstammend aus dem Altslawischen bezeichnet es eine Trennlinie, eine Trennfläche oder den Rand eines Raumes. Jedoch existieren verschiedene Arten und Formen von Grenzen. 30 Jahre nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ widmet sich die WALDVIERTEL AKADEMIE spannenden Grenz-Themen in all ihrer Vielfältigkeit.

asphalt-beratung-chucks-1477538.jpgGrenzen definieren ein Gebiet, und sie grenzen dieses von einem anderen ab. Grenzen haben aber nicht nur die Funktion, etwas zu trennen, sondern sie sind eine wichtige Verbindung zwischen innen und außen. Räumlich gesehen verlaufen Grenzen auch nicht nur am Rande, sondern sie existieren kreuz und quer auch innerhalb eines Landes und eines Kontinents.

Grenzen haben auch ihre Notwendigkeit. Sie bilden für unser Leben die Ausgangslage für ein produktives Miteinander. Sie definieren die Regeln und die persönliche Freiheit eines jeden einzelnen Menschen. Grenzen ermöglichen Orientierung, stiften Identität, bieten Schutz und Stabilität für die Gesellschaft. Sie dienen nicht nur dazu, sich voneinander abzugrenzen, sondern sie wecken auch die Neugierde auf die andere Seite jenseits der Trennlinie. Das Überwinden von Grenzen kann zu Fortschritt und Neuerungen, aber auch zu Gewalt und Missbrauch führen.

Es gibt kaum einen Bereich, der nicht von Grenzen berührt wird. Es gibt geografische und kulturelle Grenzen, soziale, sprachliche und ethnische, körperliche und mentale, medizinische, persönliche und gemeinsame, sichtbare und unsichtbare. An der Grenzlinie selbst können wir die Unterschiede erleben. Die letzte Grenze des Menschseins ist die Schwelle vom Leben zum Tod.

graustufen-gruppe-hande-1266005.jpgAber Grenzen sind nicht starr. Sie können verschoben werden, unterliegen der jeweiligen Zeit und Gesellschaft. Grenzen können aktiv gestaltet und verändert werden. Deshalb widmet sich die WALDVIERTEL AKADEMIE im Jahr 2019 diesem Begriff, der unser gesamtes Leben beeinflusst, in vielfältiger Weise. Wirtschaft, Bildung, Finanzen und Nachhaltigkeit, Europa und Migration, Tabus und Gesellschaft stehen dabei ebenso auf dem Programm wie die Grenzen des Menschen selbst.

Wir wollen mit diesen „Grenzziehungen“ einerseits aufrütteln und anregen, sich mit den persönlichen Grenzen auseinanderzusetzen und andererseits zu Grenzüberschreitungen aufrufen. Die WALDVIERTEL AKADEMIE wird zu diesem Thema erneut eine Vielzahl an Veranstaltungen im Waldviertel, Krems, St. Pölten und Wien durchführen, nähere Informationen dazu finden Sie Ende Jänner auf unserer Homepage. Auf jeden Fall schon jetzt vormerken: Die Internationalen Sommergespräche finden von 29. August bis 1. September 2019 statt.

Ehrenzeichen für Pauline Gschwandtner

Große Freude im Team der WALDVIERTEL AKADEMIE. Vorsitzende-Stellvertreterin Pauline Gschwandtner wurde am 11. Dezember 2018 in St. Pölten von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich verliehen.

DSC02025Als wacher Geist und verdienstvolle Waldviertlerin wurde Pauline Gschwandtner aus Groß Burgstall auf Anregung des Vorsitzenden Ernst Wurz 2006 als Schriftführerin in den Vorstand der WALDVIERTEL AKADEMIE gewählt. Seit Beginn weg ist sie stets auf der Suche nach neuen Kooperationsmöglichkeiten und als glühende Waldviertel-Botschafterin unterwegs. 2009 wurde sie auch zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, jene Funktion, die sie bis heute inne hat.

2011 hat Gschwandtner auch das Projekt „Kultur trifft Wirtschaft“ ins Leben gerufen. Durch Besuche bei Unternehmen und Leitbetrieben im Waldviertel wird der Austausch zwischen Kultur und Wirtschaft gefördert, gleichzeitig aber auch über aktuelle Trends, Geschäftsideen und Entwicklungen informiert. Die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsbetrieben ist ein wichtiges Anliegen von Gschwandtner, bis 2015 war sie auch – 25 Jahre lang – Vorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ Horn. Den damaligen Dankesworten von Werner Groiß kann sich die WALDVIERTEL AKADEMIE nur anschließen: „Sie ist eine Frau der Tat, nicht der großen Worte.“ Seit einigen Jahren ist Gschwandtner auch Vorsitzende des Hilfswerks in Horn. „Wir gratulieren Pauline zu dieser mehr als verdienten Auszeichnung und freuen uns, mit ihr auch weiterhin als wertvollen Puzzlestein im Team unserer Organisation zusammenzuarbeiten“, so Geschäftsführer Christoph Mayer.

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Smart Cities im Mittelpunkt

Auf Einladung des Gymnasiums Waidhofen und in Kooperation mit der WALDVIERTEL AKADEMIE warim Rahmen der Aktion Young Science Ende November Ursula Mollay vom Österreichischen Institut für Raumplanung in Waidhofen zu Gast, um mit den Schülerinnen und Schüler über Smart Cities und Smart Regions zu diskutieren.

Die Referentin wies auf die Notwendigkeit auch eines lokalen Umdenkprozesses in Hinblick auf die globalen Herausforderungen des Klimawandels hin. Auf europäischer Ebene wurden innovative Beispiele aus den Smart-Cities-Modellstädten Kopenhagen, Hamburg, Amsterdam, Wien, Genf und Lyon präsentiert.

Mollay erklärte auch die strategischen Ansatzpunkte, wie beispielsweise Energie, Mobilität, Gebäude, Digitalisierung, zum Smart Cities- bzw. Smart Regions-Konzept. Bereits etablierte Beispiele aus Niederösterreich, Wien und dem Südburgenland machten den Vortrag sehr praxisnah und erfassbar. Mit sehr anschaulichen Grafiken und Cartoons und spannenden Inhalten begeisterte die kompetente Referentin auch die Schülerschaft.

 

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Beziehungen benötigen Zeit

Gemeinsam mit der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien/Krems, dem Bildungs- und Heimatwerk St. Bernhard-Frauenhofen, dem Museum Horn und der Stadtgemeinde Horn lud die WALDVIERTEL AKADEMIE am 24. Oktober zu einem besonderen Vortrag ein: Norbert Scheibenpflug vom Hilfswerk Niederösterreich sprach über die Wichtigkeit und Gestaltung von Beziehungen.

Scheibenpflug spannte dabei einen weiten Bogen, von der Geburt bis hin zum Tod. „Beziehungen verändern uns, wir brauchen sie. Aber wir können Beziehungen auch verändern, damit sie für uns erfüllend sind“, so der Referent zu Beginn seiner Ausführungen. Schon bei der Geburt und als Kind sei man auf vertrauensvolle Beziehungen angewiesen, aber: „Elternwerden und Elternsein sind die größten Herausforderungen des Lebens.“ Kinder brauchen Sicherheit und Zeit, wenngleich dies der größte Mangel unserer Zeit sei. „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, so Scheibenpflug, der auch hier auf die Unterstützung und Beziehungen der Eltern hinwies.

In seinem nächsten Schwerpunkt rückte Scheibenpflug die Paarbeziehung in den Mittelpunkt. „In einer Beziehung kann man sich gemeinsam weiterentwickeln, über Grenzen hinauswachsen. Aber auch hierfür benötigt es Zeit.“

„Jeder Todesfall führt mir meine eigene Sterblichkeit vor Augen. Der Tod ist aber Teil des Lebens wie die Geburt. Eine Grenze mit der Frage: Was steckt dahinter?“, so Scheibenpflug, der auch die unterstützende Wirkung von Paarbeziehungen im Alter ansprach. Trauer sei eine gesunde und notwendige Reaktion, in dieser Phase benötige man aber stets Begleitung und Beziehung.

Zum Abschluss appellierte Scheibenpflug auch: „Oft lieben wir Dinge und benutzen die Menschen, dies sollte aber umgekehrt sein.“ Die zahlreich gekommenen Interessierten nutzten im Anschluss die Möglichkeit, mit dem Referenten noch zu diskutieren und in einen intensiveren Austausch zu gehen.

Christoph Mayer, Geschäftsführer der WALDVIERTEL AKADEMIE, war mit dem Abend vollends zufrieden: „Beziehungen sind der wesentliche Bestandteil des Lebens, hierfür muss man sich Zeit nehmen und noch mehr Bewusstsein schaffen. Die Ausführungen von Norbert Scheibenpflug haben gezeigt, wie wichtig Beziehungen für die Entwicklung eines jeden Menschen sind.“

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Zufriedene Gesichter nach einem spannenden Abend. (Foto: Museum Horn)

Empathie spielt eine wesentliche Rolle!

Im Rahmen der Waldviertler Vorlesungen lud die WALDVIERTEL AKADEMIE gemeinsam mit der FH Krems am Donnerstag, 4. Oktober in das Landesklinikum Waidhofen/Thaya zu einem spannenden Vortrag. Der Leiter des Josef Ressl-Zentrums in Krems, Gerhard Tucek, zeigte die Fortschritte bei der Forschung der personalisierten Therapie auf und gab eindrucksvolle Beispiele aus der Praxis.

„Die medizinische Versorgung wird immer besser, das subjektive Wohlbefinden aber immer kränker“, zitierter Gerhard Tucek zu Beginn seiner Ausführungen eine aktuelle WHO-Studie und er klärte auch gleich zu Beginn auf: „Bei der personalisierten Therapie sind die sozialen und psychischen Ebenen bedeutend, nicht die biologische oder die genetische.“

Jeder Therapeut und Arzt müsse sich in den Patienten hineindenken, es müsse klar sein, dass jedes Leid und jede Diagnose individuell gesehen werden muss. „Empathie spielt eine wesentliche Rolle. Krankheit und Gesundheit sind keine absoluten Größen, sondern sie haben immer etwas mit unseren Vorstellungen zu tun. Dabei sind Hoffnung, Glaube und Partizipation unterschätzte Faktoren im Heilungsgeschehen“, so Tucek. Diesen Ansatz verfolgt auch die Musiktherapie, die eine besondere Verbindung zum Patienten ermöglicht. „Wir wissen, dass sie wirkt, aber nicht, wie sie wirkt“, so Tucek weiter, „die Kunst dabei ist, jeden Patienten so anzusteuern, dass die Therapie wirkt.“

Besondern bei Hirn-Traumata, bei Angst und Schmerzen, bei Krebserkrankungen und in der letzten Phase des Lebens werden damit große Erfolge erzielt. Mit selbst aufgenommenen Videos aus der Praxis lieferte Tucek dabei auch beeindruckende Bilder und bestätigte seine Ausführungen. „Über aller medizinischen Versorgung, die natürlich sehr wichtig ist, steht die unglaubliche Wirkung der menschlichen Zuwendung. Die zwischenmenschliche Kommunikation ist ein komplexer Prozess, der immer wieder neu verhandelt werden muss“, so Tucek abschließend.

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Erstmals über 1000 Teilnehmer!

Bereits zum 34. Mal fanden 2018 die Internationalen Sommergespräche statt. So erfolgreich waren sie aber noch nie.

Erstmals konnte die WALDVIERTEL AKADEMIE von Donnerstag bis Sonntag über 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. 1034 Interessierte bedeuten ein neues Rekordergebnis für die Sommergespräche. „Auch wenn wir unseren Erfolg nicht primär an Besucherzahlen messen, sind wir natürlich sehr stolz und überglücklich, dass wir auch in diesem Jahr auf das richtige Thema gesetzt haben“, so Geschäftsführer Christoph Mayer.

Zfg01„Woran glauben wir noch? Unsere Sehnsucht nach Wahrheit, Vertrauen und Sicherheit“ war der diesjährige Titel, der Gäste aus nah und fern nach Weitra und Umgebung kommen lies. Ein erstes großes Highlight wurde mit der Offiziellen Eröffnung mit Johannes Huber vor mehr als 300 Interessierten auf Schloss Weitra gesetzt. Aber auch an den Tagen danach setzte sich die Rekordjagd fort. Schon Freitagvormittag platzte der Rathaussaal in Weitra bei Peter Kampits, Matthias Beck und Rudolf Taschner aus allen Nähten und auch die Wirtschaftsdiskussion bei Leyrer + Graf in Gmünd sprengte ebenso alle Erwartungen. Einen würdigen Abschluss des zweiten Tages bildete die Filmvorführung samt Gespräch mit Regisseur Kurt Langbein im Kino Gmünd, wo ebenso nur wenige Restplätze frei blieben.

Aber auch der Samstag war durchwegs von tollem Besuch und interessanten Diskussionen geprägt. Andreas Khol, Peter Kostelka, Bernd Marin, Anneliese Rohrer und viele mehr sorgten auf dem Podium für spannende Momente und wichtige Inhalte. Erstmals war die WALDVIERTEL AKADEMIE auch im Theater an der Mauer in Waidhofen zu Gast, die Lesung „Zeitungsente und Grubenhund“ war schon einige Tage zuvor ausverkauft.

Mit der Sicherheitsmatinee in der Kuenringer-Kaserne in Weitra gingen die diesjährigen Sommergespräche erfolgreich zu Ende. „Die steigende Teilnahme an den Sommergesprächen zeigt das Interesse und den Bedarf der Bürgerinnen und Bürger mit Fachexpertinnen und -experten grundsätzliche Fragen des Menschen und der Gesellschaft der Welt zu diskutieren“, zieht auch WALDVIERTEL AKADEMIE-Vorsitzender Ernst Wurz zufrieden Bilanz, „Glauben ist mehr als ein Für-Wahr-Halten bestimmter Glaubenssätze, sondern vor allem auch ein Antrieb für unsere Zusammenleben.“

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Sicherheit im Fokus

Mit dem Thema Sicherheit und einem Besuch in der Kuenringer-Kaserne in Weitra gingen die Internationalen Sommergespräche am Sonntag zu Ende. Mit 1.034 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden erstmals über 1.000 Besucher gezählt.

Oberstleutnant Reinhard Bachner, Garnisonskommandant in der Kuenringer-Kaserne, führte das Publikum zunächst in den Aufbau und die Aufgaben der Kaserne ein. Danach stand ein großes Highlight am Programm, die Erklärung des Führungssimulators, ein einzigartiges strategisches Übungselement in Österreich. Seit 2012 ist der Simulator in Weitra stationiert und dient unter anderem zur Vorbereitung einer realen Übung bzw. eines Einsatzes. „Das bedeutet Aus- und Weiterbildung von Entscheidungsträgern“, so Bachner. Die umfangreiche Datenbank ermögliche jedmögliche Szenerie und Einsatzgebiete: „Kein Land der Welt hat modernere technische Möglichkeiten als wir in Weitra“, so Bachner stolz.

Nach einer kleinen Stärkung lud die WALDVIERTEL AKADEMIE zur Sicherheitsmatinee unter dem Titel „Wem können wir noch vertrauen? Wie unsere (Daten-)Sicherheit garantiert wird“. Konstantin Lütgendorf, Kommandant des Truppenübungsplatzes Allentsteig, ging in seinem Eingangsstatement näher auf die Themen Cybersicherheit und Cyberverteidigung ein. Neben der sicherheitstechnischen Betrachtung stellte Lütgendorf aber auch den gesellschaftlichen Aspekt in den Mittelpunkt: „Das Internet ist ein Werkzeug. Wir müssen aber aufpassen, dass wir nicht selbst das Werkzeug von Dritten werden. Jeder ist selbst verantwortlich dafür, was er in das Internet stellt.“ Bewusstseinsbildung sei ein wichtiger Begriff, der auch im Elternhaus, in Schulen und genauso beim Bundesheer vorangetrieben werden müsse.

Hans Zeger von der ARGE-Daten behandelte im Anschluss Datenschutz und die DSGVO. „Diese regelt die Rechte der Menschen in der Informationsgesellschaft, um eben ihre eigenen Grundrechte zu waren“, so Zeger. Er ging aber auch auf die Informations- und Cybersicherheit ein und kritisierte dabei die Bedeutung des Landes Österreich: „Wir haben keine Chance beim Thema Cybersicherheit, wenn wir nicht an den internationalen Netzwerken beteiligt sind.“

So04Die Wichtigkeit der angesprochenen Aspekte zeigte sich auch in der anschließenden Podiums- und Publikumsdiskussion, die engagiert geführt – und auf Einladung der Kuenringer-Kaserne in Weitra – auch noch beim Mittagessen fortgesetzt wurde.

„Ein thematisch passender und erfolgreicher Abschluss der diesjährigen  Internationalen Sommergespräche“, war auch Christoph Mayer mit dem letzten Programmpunkt sehr zufrieden.

Über so manche skurrile „Viecha“

Im Rahmen der Internationalen Sommergespräche war die WALDVIERTEL AKADEMIE am Samstagabend erstmals auch in der Bezirkshauptstadt Waidhofen/Thaya zu Gast. Mit dem Theater an der Mauer wurde ein idealer Partner für einen humorvoll-literarischen Abend gefunden.

Für die erstmalige Kooperation hatte sich die WALDVIERTEL AKADEMIE auch etwas besonderes überlegt. Die beiden Journalisten Martin Haidinger (Ö1) und Reinhard Linke (ORF Niederösterreich) erarbeiteten für das Jahresthema „Woran glauben wir noch? Unsere Sehnsucht nach Wahrheit, Vertrauen und Sicherheit“ einen Bühnenabend, der vielerlei Skurriles und Humorvolles bot. „Zeitungsente und Grubenhund“ war der Titel und Haidinger und Linke wussten mit ihren Texten, unter anderem über Hitlers Tagebücher, den Tod von Paul McCartney, George Orwells 1984 und vieles mehr knapp zwei Stunden zu unterhalten.

Musikalisch begleitet wurden sie von der jungen Waidhofner Musikerin Marlene Zimmerl, die mit Stimme und Gesang begeisterte und unter anderem Billy Joel („Honesty“), Janis Joplin, Louis Jordan, The Andrew Sisters, aber auch mit STS und Rainhard Fendrich zum Besten gab.

Geschäftsführer Christoph Mayer war vollends zufrieden: „Ein ausverkauftes Haus und schon in den letzten Tagen haben wir immer wieder die Nachfrage erhalten, ob dieser Abend wiederholt wird. Daran werden wir ab Montag arbeiten, um noch viele weitere Menschen mit Zeitungsenten und Grubenhunden zu unterhalten.“

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