Digitalisierung als Chance für Probleme

In Kooperation mit der IMC FH Krems, der Donau-Universität Krems und dem Wirtschaftsforum Waldviertel lud die WALDVIERTEL AKADEMIE am 17. April 2018 in die BHAK/BHAS Waidhofen zum Vortrag „Digitalisierung! Wie sie unser Leben beeinflussen wird“.

Das Interesse an den Ausführungen von Roger Hage, Studiengangsleiter „Digital Business Innovation & Transformation“ an der IMC FH Krems war sehr groß. Einleitend berichtete Martina Dorfinger, Bildungsberaterin an der BHAK/BHAS Waidhofen/Thaya, über die neuen Wirtschaftsakademien Waldviertel und den Waidhofen-Schwerpunkt „digBiz“. „Unsere Schüler lernen Wirtschaft zu verstehen“, so Dorfinger, „wir bieten eine Kombination aus technischer und wirtschaftlicher Ausbildung.“

WT„Es gibt sehr viel Hype und Übertreibung beim Thema Digitalisierung“, so Hage, der aber auch klarstellte: „Die Digitalisierung bietet mehr Chancen als Herausforderungen“. Der Experte klärte auch über die Digitale Transformation auf, die aus dem Homo Digitalis, den Gamechangern und der dazugehörigen Technologie bestehe. „Die digitale Transformation ist nicht mehr zu stoppen, weil wir es so wollen“, so Hage. Durch die Digitalisierung entstehen auch neue Geschäftsmodelle, die bewährte Systeme auf den Kopf stellen, wie zum Beispiel airBnB oder Uber.

Ein wichtiger Bestandteil der Digitalisierung seien auch das Internet of Things und Künstliche Intelligenz. „Es passiert alles vollautomatisiert. Der Kühlschrank kann zum Beispiel direkt Lebensmittel, die zu Ende gehen, im Supermarkt nachbestellen“, so Hage.

Hage selbst sieht die Digitalisierung auch als Chance, große Probleme zu lösen, vor allem im Gesundheitswesen, dem Tourismus und der Landwirtschaft. „Es braucht kreative Menschen, die rational denken können“, so Hage abschließend, „man kann keine neue Sachen erfinden, wenn man keine Fehler macht.“

„Die engagierte Diskussion nach dem Vortrag hat gezeigt, welch zentrales Thema Digitalisierung ist“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Vorsitzender Ernst Wurz nach der Veranstaltung, „Roger Hage hat aufgezeigt, wie und in welchen Bereichen die Chancen von Arbeitnehmern, Bürgern und Jugendlichen, von Betrieben und Schulen, genutzt werden können.“

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Wie wichtig ist Religion für uns?

Gemeinsam mit der Donau-Universität Krems und der VHS Krems lud die WALDVIERTEL AKADEMIE am 10. April in das Audimax zu einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion. Gregor Henckel-Donnersmarck, Niko Alm und Franz Schmatz gingen der Frage „Wie wichtig ist Religion für uns?“ nach.

DSC_0306Christian Hanus, Dekan der Fakultät für Bildung, Kunst und Architektur ging bereits in seiner Begrüßung auf die Thematik ein: „Die Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftigt uns alle und ist somit auch ein wichtiges Thema für die Donau-Universität.“ Wie wichtig und spannend Glaube und Religion sind, zeigte sich danach in einer unterhaltsamen und kontroversiellen Podiumsdiskussion. Franz Schmatz, Theologe, Psychotherapeut und Sterbebegleiter, näherte sich der Fragestellung von der spirituellen und meditativen Seite. „Jeder Mensch ist auf der Suche nach der Mitte, egal, die diese dann aussieht“, so Schmatz, „ich glaube dass jeder Mensch an etwas glaubt. Glaube bedeutet ja, dass mein Herz an etwas hängt.“ Dabei beeindruckte Schmatz auch mit seiner persönlichen Geschichte und Tätigkeit: „Ich würde nicht anders leben, wenn ich Atheist wäre. Ich erwarte nichts für das gute Tun, ich tu es um des Guten willen.“

Heiligenkreuz-Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck ging gleich zu Beginn auf die Austrittszahlen der Kirche, die auch in der Einladung der WALDVIERTEL AKADEMIE angesprochen wurden, ein. „Es ist nicht die Krise der Kirche, sondern Europas. Und diese reicht bis hin zur Demografie“, so Henckel-Donnersmarck. Die Frage wem wir glauben und warum sei ein zentraler Mittelpunkt, denn: „Wir leben gottseidank in einer Demokratie. Die Demokratie lebt von Werten, die sie sich nicht selbst geben kann. Hier sehe ich eine Chance für den Glauben und das Vertrauen auf dessen Werte.“

Niko Alm, bekannt als Initiator des Österreich-Ablegers der Kirche des Spaghetti-Monsters, sah die Themen Glaube und Religion naturgemäß anders. „Glaube und Überzeugung sind verschiedene Dinge. Ich glaube an keinen Gott. Ich glaube nicht an nicht beweisbare Hypothesen. Ich glaube an die Wissenschaft.“ Menschen, die glauben, würden oft auch in die Irre geführt werden, vor allem in der Alternativmedizin gäbe es genügend Beispiele. „Jede Vorstellung von Gott ist nicht beweisbar. Deshalb heißt es Glaube, weil es eben kein Wissen gibt“, so Alm. Er plädierte vor allem für die Trennung von Kirche und Staat: „Die Religion soll Privatsache werden. Dann kann der Staat nicht mehr entscheiden, welche Glaubensrichtung förderwürdig ist oder nicht und es kann hier keine Diskriminierungen, wer Privilegien erhält und warum, mehr geben“.

Im Anschluss an die Einleitungsstatements entwickelte sich eine hochspannende und interessante Diskussion, in der auch der Ton etwas schärfer wurde. Henckel-Donnersmarck meinte zu Alms Bemühungen, die Pastafaris als offizielle Glaubensrichtung anzuerkennen eine „Verspottung von Andersgläubigen“. Alm selbst konterte: „Wir wurden selbst genug despektierlich – auch von Vertretern der Kirche – behandelt, das müssen wir alle aushalten.“ Einig waren sich die Herren auf dem Podium aber dennoch in einer Sache: Niemand kann und soll zu einem Glauben gezwungen werden. Jeder Mensch müsse selbst entscheiden können.

„Ein würdiger Auftakt zum Jahresschwerpunkt ‚Woran glauben wir noch?‘“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer zufrieden nach der Veranstaltung, „Glaube und Religion sind sehr breite Themen. Wir wollen in gewohnter Manier verschiedene Aspekte aufzeigen und zur Diskussion anregen.“ Dieser Vorgabe wurde in Krems gänzlich erfüllt.

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Kultur trifft Wirtschaft bei Appel GmbH

Einer Idee von Vorstandsmitglied und frühere „Frau in der Wirtschaft“-Bezirksvorsitzende Pauline Gschwandtner folgend, startete die WALDVIERTEL AKADEMIE im Dezember 2011 mit einem Besuch bei der Firma „fab4minds“ in Vitis das Projekt „Kultur trifft Wirtschaft“. Durch Betriebsbesuche wollen sich die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder aus den vier Waldviertler Bezirken über aktuelle Trends, aber auch über Geschäftsidee, Strukturen und Strategien von Vorzeige-Betrieben in der Region informieren.

Motivierte Betriebe und Organisationen in der Region kennen zu lernen – dies war die Grundidee, die zur Konzeption der Reihe „Kultur trifft Wirtschaft“ führte. Jährlich bis zu vier Betriebe sollen bei diesem Projekt auf dem Programm stehen, um sich direkt vor Ort ein Bild von deren Leistungen zu machen. „Leistungsfähige Betriebe schaffen Arbeitsplätze, Arbeitsplätze ermöglichen Wohnen und Leben in der Region, das wirksamste Mittel gegen Abwanderung,“ so der Vorsitzende Dr. Ernst Wurz.

Am 21. März folgte die WALDVIERTEL AKADEMIE einer Einladung zur Appel GmbH und kehrte so auch nach Vitis, dem Ausgangspunkt des Projektes, zurück. Geschäftsführer Helmut Hörmann führte die Vorstandsmitglieder durch das Unternehmen und sparte dabei auch nicht mit interessanten Fakten und Hintergrundinformationen. Vor mittlerweile 70 Jahren von Titus Appel in Wien gegründet, 1976 wurde die Filiale in Vitis eröffnet, mittlerweile verfügt der Installateur-, Fliesenleger-, Hafner- und Elektrobetrieb über fast 180 Arbeitnehmer und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 20 Millionen Euro. „Der direkte Kontakt zu den Kunden ist sehr wich

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tig und gefällt uns auch“, so Hörmann, dessen Mitarbeiter in ganz Österreich im Einsatz sind. Zwei Filialen sind auch nach wie vor in Wien geöffnet. „Letztendlich sind das unsere Wurzeln, auf die wir stolz sind“, so Hörmann.

Der Leitspruch „Appel – alles aus einer Hand“ wird dabei gelebt. Seit einigen Jahren ist auch eine visuelle 3D-Planung möglich, ein Geschäftsfeld der Zukunft. „90 % unserer Kunden nutzen das bereits, das wird sehr gut angenommen“,

 so Hörmann, der auch anmerkte: „Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Mitarbeitern und Lehrlingen, erzählen Sie das weiter!“

„Ein attraktiver Arbeitgeber weit über das Waldviertel hinaus, der auch seit Jahren Lehrlinge ausbildet und so einen wertvollen Beitrag zur Fachkräfteausbildung im Waldviertel leistet“, war auch Vorsitzender Ernst Wurz vom Besuch begeistert.

Historische Gebäude brauchen Nutzung

Die Reihe „Kulturgüterschutz konkret 2018“ der Donau-Universität Krems machte am 6. März in Kooperation mit der WALDVIERTEL AKADEMIE auch im Rathaus Weitra Station. Ein interessanter Abend zu einem äußerst spannenden Thema.

Kulturgüterschutz – ein Themenfeld, dessen nationale wie internationale Bedeutung in den vergangen Jahren exponentiell gestiegen ist. Auch aus diesem Grund hat das Zentrum für Kulturgüterschutz der Donau-Universität Krems die Vortragsreihe „Kulturgüterschutz konkret“ ins Leben gerufen, um für eine breite Vermittlung der Thematik zu sorgen.

Wie sieht der Kulturgüterschutz aber entlang der österreichisch-tschechischen Grenze und in der Region Waldviertel aus? Darüber diskutierte ein hochkarätiges Podium am 6. März im Rathaussaal Weitra. Peter Strasser, Zentrumsleiter an der Donau-Universität, bemerkte schon bei seinen Grußworten: „Grenzen sind für den Kulturgüterschutz ein wichtiges Thema.“ Wobei ihm Christoph Hütterer vom Bundesdenkmalamt zustimmte: „Das Grenznahe ist nicht so wichtig wie das Grenzüberschreitende.“

Moderatorin Katka Krejčova zeigte zu Beginn den Status Quo auf: In Österreich sind über 35.000 Bauwerke im Denkmalverzeichnis eingetragen, rund ein Drittel davon befindet sich in Niederösterreich. In der Tschechischen Republik bestehen über 40.000 unbewegliche Denkmäler.  Bürgermeister Raimund Fuchs zeigte dies auch am Beispiel Weitra auf: „Wir haben 46 denkmalgeschützt Objekte und eine gute Gesprächsbasis mit den Behörden.“ Petra Kroupová vom Nationalen Denkmalinstitut in Prag und Hütterer brachte dem Publikum die Bedeutung von Kulturgüterschutz nahe. Hütterer merkte aber auch an: „Eine bessere Vernetzung von Institutionen und Behörden, auch auf polizeilicher Ebene, wäre wünschenswert.“

Historiker Wolfgang Katzenschlager zeigte die geschichtliche Entwicklung der Stadt Weitra auf – von der Ackerbürgerstadt bis heute. „Mit der Renovierung des Sgraffito-Hauses wurden in den 60er-Jahren bereits wichtige Maßnahmen zum Denkmalschutz gesetzt“, so Katzenschlager, der aber auch mahnte: „Denkmalschutz darf nicht für sich allein isoliert gesehen werden. Es geht um eine Bewusstseinsbildung über die historische Bausubstanz der Stadt, aber vor allem auch um wichtige und zukunftsweisende Maßnahmen. Historische Objekte brauchen auch eine Funktion.“ Dalibor Štys von der Südböhmischen Universität Budweis sprach von den Erfahrungen auf tschechischer Seite in Gratzen/Nové Hrady: „Wir haben eine hohe Dichte an Denkmälern, haben aber auch noch viel zu tun, um wieder eine Märchenstadt zu werden. Wichtig ist es, Nutzungskonzepte für Denkmäler zu erstellen.“

In diese Richtung entwickelte sich danach auch eine spannende Diskussion mit dem Publikum. „Es hilft nichts, wenn wir die schönsten Denkmäler haben, diese aber verfallen, weil wir keine Nutzung haben“, so Hütterer abschließend.

„Mit dieser Veranstaltung ist die WALDVIERTEL AKADEMIE nicht nur ihrer grenzüberschreitenden Kompetenz gefolgt, sondern hat auch ein immer wichtiger werdendes Thema aufgegriffen, welches in der Diskussion bis hin zu Revitalisierungen und Stadtkernnutzung geführt hat“, so Geschäftsführer Christoph Mayer, „das Rathaus Weitra ist ja ein wunderbares Beispiel für eine perfekte Nutzung eines historischen Gebäudes. Die Kooperation mit der Stadtgemeinde Weitra ist hierfür beispielgebend.“

Das Potential der Menschen fördern

„Kommunale Intelligenz stärken“ war der Titel einer Kooperationsveranstaltung von WerteVollLeben, der WALDVIERTEL AKADEMIE und weiteren Partnern, die am 1. März 2018 Nachhaltigkeits-Pionier Karl Sieghartsleitner in den Waidhofner Stadtsaal brachte. Das Interesse war groß, über 150 Personen waren gekommen.

 „Wir wollen die Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zukunftsfähig gestalten, damit die Menschen aufblühen“, so WerteVollLeben-Gründer Günter Peham zu Beginn der Veranstaltung. Die WerteVollLeben-Gruppe Waldviertel, bei der viele bekannte Unternehmer-Persönlichkeiten Teil sind, will hierfür Lösungen suchen und diskutieren, der Vortrag mit Karl Sieghartsleitner war ein erster Ansatz dazu.

Doris Wanko Karl Sieghartsleitner 2Bevor der ehemalige Steinbacher-Bürgermeister die Bühne betrat, wurden aber noch zwei spannende Projekte aus dem Waldviertel vorgestellt. „Es gibt ja bereits tolle Sachen, diese wollen wir auch zeigen“, so Peham, „die Haltung, die wir Menschen jetzt haben, wird darüber bestimmen, wie die Zukunft aussieht.“. Ernst Wurz, Vorsitzender der WALDVIERTEL AKADEMIE, stellte das Konzept der neuen WirtschaftsAkademie Waldviertel und den vier zukünftigen HAK-Schwerpunkten im Waldviertel vor. Martin Bruckner, Bürgermeister aus Großschönau, und der Geschäftsführer der Energieagentur der Regionen Otmar Schlager sprachen danach über den Energiepakt Waldviertel 2013 mit dem Ziel 2030 in der Jahresbilanz energieautark zu sein.

Karl Sieghartsleitner, der als Bürgermeister den so genannten „Steinbacher Weg“ konzipierte, erzählt im Anschluss über dieses Projekt und seine Erfahrungen. Dabei durfte auch eine kleine Waldviertel-Anekdote nicht fehlen: „Ich habe Adi Kastner kennengelernt, wie wir vor 20 Jahren gemeinsam als kritische Geister beim Club 2 gesessen sind.“ Sieghartsleitner kritisierte danach auch die Vorgehensweise von vielen Politikern, wie Trump & Co.: „Es geht nicht darum, sich neu aufzustellen und neu zu profilieren. Wir müssen auf dem Bestehenden und Erfolgen aufbauen.“

Doris Wanko ReferentengruppeAls Sieghartsleitner 1986 Bürgermeister wurde galt Steinbach als „verlorenes Dorf“. Vom goldenen Steinbach mit der großen Tradition der Messerschmiede war aufgrund des Importes von Billig-Produkten aus Fern-Ost nichts mehr übrig, nach zwanzig Jahren war der Niedergang voll ausgeschöpft. „Von 10 Gasthäusern im Ortskern war kein einziges mehr übrig, auch die weitere Infrastruktur war weg“, so Sieghartsleitner. „in so einer Situation anzufangen, ist ein Geschenk, weil schlechter kann es nicht mehr werden“, sah er aber auch das Positive. Zusammen mit allen politischen Parteien, mit der Wirtschaft und der Bevölkerung wurden eine Zukunftsvision und konkrete Projekte für Steinbach entwickelt. „Wir waren eine der ärmsten Gemeinden, haben die vorhandenen Ressourcen zusammengesucht und daraus etwas entwickelt. So wurden wir vom verfallenen Dorf zum Aushängeschild. Am wichtigsten war der Umgang miteinander.“, so Sieghartsleitner. Wertschätzung und Potentialentfaltung sind für den Visionär die wichtigsten Schlagworte für die heutige Zeit: „Was glauben Sie, was in unseren Dörfern noch alles schlummert? Wir haben noch viel zu wenig gemacht, um die Fähigkeiten der Menschen zu fördern und fordern. Kommunale Intelligenz ist, wenn Menschen zusammenhelfen, das Schicksal anderer zu lösen.“ Dennoch sieht Sieghartsleitner positiv in die Zukunft: „Wir brauchen verantwortungsvolle Menschen, die die richtige Tätigkeit für ihre Begabungen finden. An allen Ecken der Welt entstehen Dinge, die über das neue Einhalten von Werten nachdenken, so wie hier!“

Unser Lebens(T)raum Waldviertel

2018 ist ein sehr spannendes Jahr für die WALDVIERTEL AKADEMIE. Neben dem Jahresschwerpunkt „Woran glauben wir noch?“ und dem Internet-TV-Magazin „Thayatal.TV“ steht ein weiteres Projekt im Mittelpunkt: Lebens(T)raum Waldviertel.

Im Rahmen des Viertelfestival Waldviertel wurde das von Christoph Mayer konzipierte Projekt zur Umsetzung ausgewählt. Mit drei ganz konkreten Schwerpunkten – Kunst & Kultur, Arbeit & Wirtschaft sowie Genuss & Tourismus – soll die Vielfältigkeit des Waldviertels, der Lebensraum und Lebenstraum dieser Region dargestellt werden.

Dies geschieht in ganz besonderer Form. Aus rund 100 beleuchteten LED-Würfeln wird eine große Ausstellung konzipiert, die durch das Waldviertel wandert. Bei den jeweiligen Vernissagen werden auch bekannte Persönlichkeiten zu einem Expertengespräch über das Schwerpunkt-Thema eingeladen. So sind unter anderem Landeshauptmann aD Erwin Pröll, Thomas Samhaber, Christof Kastner, Thomas Sautner und viele andere zu Gast. „Die Umsetzung ist auch für uns eine große Herausforderung“, so Geschäftsführer Mayer, „am Ende werden wir aber fast 200 Ausstellungsobjekte aus den verschiedenen Disziplinen und mit ganz unterschiedlichen Herangehensweisen in der Gestaltung der Würfel zeigen können.“

Den Projektabschluss bildet am 31. Juli 2018 ein großes Kulturfest im Hof des Gründerhauses in Waidhofen/Thaya. Die genauen Termine und Inhalte finden Sie auch auf unserer Homepage. Interessierte Künstlerinnen und Künstler, Betriebe und Genussbotschafter können sich gerne unter office@waldviertelakademie.at melden.

Kinderrechte im Fokus

In einzigartiger und erstmaliger Kooperation von Amnesty International, WALDVIERTEL AKADEMIE und Kulturbrücke Fratres werden im Waldviertel Workshops für Schulen und Kindergärten zur Sensibilisierung des Themas Menschenrechte angeboten.

„Wir sind sehr stolz, hier Partner zu sein“, so Geschäftsführer Christoph Mayer, der sich schon sehr auf die Workshops im Mai freut: „Wir sind sehr gespannt, wie dieses Projekt abläuft und welche Ergebnisse entstehen.“ Im Vorjahr wurden ersten Kontakte mit den Projektpartnern geknüpft, schnell entwickelte sich ein Plan, der am Ende des Schuljahres 2017/18 umgesetzt wird.

In den zweistündigen Workshops, die für Schulen und Kindergärten angeboten werden, wird unter anderem folgenden Fragestellungen nachgegangen: Warum gibt es Kinderrechte? Und welche Rechte sind das? Was passiert, wenn diese Rechte nicht eingehalten werden? Mit viel Aktion und Spiel wird sich der Thematik der Menschenrechte angenähert, Spaß und der Raum für Kreativität stehen dabei im Mittelpunkt.

pexels-photo-296301.jpegEine Besonderheit ist auch die Nachbereitung: Die Kinder sollen in einer an den Workshop anschließenden Stunde jenes Recht, das ihnen am wichtigsten ist, basteln. Die daraus entstehenden Kunstwerke werden im Rahmen eines Kinderrechte-Thementages der Kulturbrücke Fratres am 16. Juni 2018, ab 15 Uhr im Museum Humanum in Fratres präsentiert und ausgestellt.

„Bildung ist eines unserer Steckenpferde“, so Mayer abschließend, „mit der Vermittlung von Kinderrechten wird hier ein weiterer Meilenstein gesetzt.“

Woran glauben wir noch?

Auch 2018 hat sich die WALDVIERTEL AKADEMIE einem hochaktuellen Thema verschrieben. Unter dem Titel „Woran glauben wir noch? Unsere Sehnsucht nach Wahrheit, Vertrauen und Sicherheit“ finden spannende Diskussionen mit interessanten Expertinnen und Experten statt.

 Seit 1984 wird die WALDVIERTEL AKADEMIE als Kultur- und Bildungsinitiative nicht nur im Waldviertel, auch weit darüber hinaus, geschätzt. Von der ersten Stunde an war es dabei wichtig, aktuelle Fragestellungen der Region und Zeit aufzugreifen und diese gemeinsam mit nationalen und internationalen Expertinnen und Experten, vor allem aber auch mit der regionalen Bevölkerung, zu diskutieren. Mit „Woran glauben wir noch? Unsere Sehnsucht nach Wahrheit, Vertrauen und Sicherheit“ liegt das Thema auch 2018 am Puls der Zeit.

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„Unbestritten ist: Bewusst oder unbewusst – jeder von uns glaubt an etwas“, so Geschäftsführer Christoph Mayer, „wir stellen in diesem Jahr die Frage, wie wichtig dieser Glaube, nicht nur Religion, für uns Menschen ist. Zentrale Fragestellung ist auch: Wem glauben wir eigentlich – und warum?“ Die Inhalte der Diskussionen und Vorträge ist dabei wieder breit gefächert: Religion, Fake News & Alternative Fakts, Medien und Wissenschaft, Big Data, (Daten-)Sicherheit, Demokratie und vieles mehr. Als Expertinnen und Experten werden im Rahmen der Veranstaltungsreihe und der Sommergespräche in Weitra unter anderem Rudolf Taschner, Anneliese Rohrer, Niko Alm, Gregor Henckel-Donnersmarck, Rudolf Striedinger, Matthias Beck, Christoph Badelt, Bernd Marin und viele mehr zu Gast sein.

 Erfolgreiche Veranstaltungsreihen werden fortgesetzt
Die beiden Erfolgsformate „Waldviertler Vorlesungen“ und „Waldviertler Vollmond-gespräche“ finden 2018 ebenso ihre Fortsetzung. Während bei Erstem die Digitalisierung im Mittelpunkt stehen wird, lädt die WALDVIERTEL AKADEMIE bei Zweitem bekannte Persönlichkeiten ein, um über ihr Leben zu sprechen. Am 25. April ist hier die Schauspielerin Waltraut Haas in Waidhofen zu Gast.

Vollmond-Blog

Lebens(T)raum Waldviertel: Große Ausstellung und spannende Gespräche
Im Rahmen des Viertelfestivals Waldviertel setzt die WALDVIERTEL AKADEMIE auch das Projekt Lebens(T)raum Waldviertel um. Aus fast 100 beleuchteten LED-Würfeln wird dabei eine Wanderausstellung entstehen, die mit drei Schwerpunkten – Kunst & Kultur, Wirtschaft & Arbeit sowie Genuss & Tourismus – die Vielfalt des Waldviertels aufzeigt. Ergänzt wird die Ausstellung durch ExpertInnengespräche, bei denen unter anderem auch Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll zu Gast sein wird. „Wir haben für 2018 wieder ein sehr spannendes Programm auf die Beine gestellt und bleiben unserem Ruf als Denkwerkstatt des Waldviertels somit treu“, freut sich auch Vorsitzender Ernst Wurz auf die Veranstaltungen.

Die Programmübersicht finden Sie auf www.waldviertelakademie.at.

Thayatal.TV geht online!

Die WALDVIERTEL AKADEMIE wagt sich 2018 auch in den Internet-TV-Sektor. Thayatal.TV wird ein Mal monatlich über Aktuelles, Wissenswertes und Spannendes aus dem Waldviertel und der Region Zlabings/Slavonice berichten.

In Kooperation mit dem Centre for the Future (Slavonice.TV) und mit Christian Pfabigan Videoproduktion setzt die WALDVIERTEL AKADEMIE ein im Rahmen des Kleinprojektefonds Österreich-Tschechien gefördertes Internet-TV-Projekt um. Zielsetzung dabei ist aktuelle News aus der Region Waldviertel zu bieten und gleichzeitig auch unseren tschechischen Nachbarn besser kennen zu lernen.

26841150_2078222162391714_217015626667187470_oMonatlich wird dazu eine Ausgabe von „Thayatal.TV“ auf den sozialen Medien erscheinen (YouTube, Facebook) welches über Kultur, Tourismus, Wirtschaft, Soziales und vieles mehr berichtet. Einer der Themenbeiträge wird dabei auch immer von unserem Kooperationspartner Slavonice.TV produziert und zur Verfügung gestellt.

In der ersten Ausgabe im Februar werden unter anderem die Städte Waidhofen/Thaya und Zlabings/Slavonice sowie Digitalisierung und das Grüne Band Thema sein.

Wir freuen uns über Ihr Interesse, Kritik, Anregungen und Themenvorschläge!

 

Wichtig ist, die Hoffnung zu behalten!

Im Frühjahr hat die WALDVIERTEL AKADEMIE mit den Waldviertler Vollmondgesprächen eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Nach dem gelungenen  Auftakt mit Erni Mangold feierte die Serie eine erfolgreiche Fortsetzung: Der ehemalige Skisprung-Trainer Alexander Pointner sprach mit seiner Frau Angela  über ihr gemeinsames Buch „Mut zur Klarheit. Woher die Kraft zum Weitermachen kommt“. 

Mehr als 200 Interessierte waren in den Waidhofner Stadtsaal gekommen, um mehr über die berührende Lebensgeschichte der Familie Pointner zu erfahren. Alexander Pointner, erfolgreichster Trainer in der Skisprung-Geschichte, sprach zunächst über die Entstehungsgeschichte des Buches: „Laura Seifert vom Verlag hat uns immer wieder gefragt. Angi war zunächst gar nicht so glücklich über das Projekt.“ Angela Pointner, selbst Romanautorin, ergänzte: „Es war schwieriger als gedacht, es ist viel hochgekommen.“

„Von einer Sekunde auf die nächste kann das Leben wie ein Kartenhaus zusammenstürzten“, so Alexander Pointner. Zu Beginn sprach er über seine erfolgreiche Sportkarriere. Vom Skispringer zum Co-Trainer, der Enttäuschung nach dem Rücktritt von Toni Innauer nicht selbst zum Chef bestellt worden zu sein, bis hin zu dem erfolgreichen System der „Superadler“. „Der Tag, der unser Leben veränderte“, so lautet das Kapitel auch im Buch, aus dem die beiden an diesem Abend immer wieder Leseproben gaben. „Plötzlich war alles egal, ich hatte keine Gedanken mehr an den Sport“, so Alexander Pointner in der Rückschau auf den Tag, an dem seine Tochter Nina einen Suizidversuch beging, „dann brach eine Lawine über mich herein“, so auch Angela Pointner. Die beiden schilderten die schwierige Zeit, die 13monatige Betreuung ihrer Tochter im Wachkoma und die Zeit nach dem Tod. „Wir haben bemerkt, das sind Aufgaben, die das Leben stellt, die viel schwieriger sind. Und wir wussten, dass die Themen Trauer und Beistand uns und unser Leben bestimmen werden“, so die Pointners. Ihr Buch ist auch ein dramatisches Plädoyer für Offenheit und die Enttabuisierung der Themen Suizid und Depression. „Wichtig ist, dass wir sofort professionelle Hilfe bekommen haben“, so Angela Pointner, die auch meinte: „Die Klarheit in jeder Hinsicht und von allen Personen hat uns sehr geholfen.“ Alexander Pointner ergänzte: „Das Wichtigste war, die Hoffnung zu behalten.“

Der sehr berührende Abend mit zwei äußerst sympathischen Hauptdarstellern auf der Bühne endete mit einer spannenden Publikumsdiskussion, vielen signierten Büchern und entspannten Gesprächen bei einem Glas Wein.

„Die Waldviertler Vollmondgespräche haben sich in diesem Jahr etabliert und aufgezeigt, dass es wichtig ist, auch schwierige Themen in aller Klarheit anzusprechen und zu diskutieren, dafür danken wir natürlich vor allem Angela und Alexander Pointner“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer abschließend.

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