VR: Neugier & Skepsis sind Wegbegleiter

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Waldviertler Vorlesungen lud die WALDVIERTEL AKADEMIE gemeinsam mit dem Wirtschaftsforum Waldviertel und weiteren Partnern am Dienstag, 19. März zu Hartl Haus nach Echsenbach, um einem spannenden Zukunftsthema auf den Grund zu gehen. Michael Reiner von der IMC FH Krems gab einen interessanten Überblick zu Virtual Reality, Augmented Reality und 360 Grad-Videos.

Reiner zeigte in seinem Vortrag auf, wie Virtual Reality derzeit genutzt wird und welche Problemstellungen und Herausforderungen damit gelöst werden. „Die Systeme gibt es schon seit vierzig oder fünfzig Jahren“, so Reiner, „und VR-Brillen sind mittlerweile ab 30 Euro zu kaufen.“ Vor allem in der Tourismusbranche werde viel mit 360-Grad-Aufnahmen gearbeitet, um den zukünftigen Besuchern einen Einblick in das Urlaubsziel und Regionen zu geben.

Virtual Reality spiele mittlerweile auch im Verkauf und für Unternehmen eine wichtige Rolle. „IKEA und Audi nutzen diese Systeme sehr stark, um aufzuzeigen, wie die zukünftige Einrichtung oder das nächste Auto tatsächlich aussehen“, so Reiner weiter. Auch im medizinischen Bereich (von der Angstbekämpfung bis hin zu Operationen) und in der Physiotherapie werde VR vermehrt eingesetzt. „Da gibt es natürlich auch Horrorszenarien, wo Ärzte bei Operationen überhaupt nicht mehr im Raum sind“, so Reiner weiter, „technisch wird es kaum Grenzen geben, es geht beim Einsatz von Virtual Reality aber auch ganz stark um Ethik. Muss ich alles machen, nur weil es möglich ist? Nein.“

Zum Abschluss präsentierte Reiner sein ‚Herzstück‘, das eVRyLab an der IMC FH Krems. Diese hochmoderne VR-Station wird für das Studium und die Forschung eingesetzt, in Europa existieren nur vier Stück von der über 150.000 Euro teuren Anlage. „Noch ist nicht klar, wohin die Reise von Virtual Reality geht“, so Reiner abschließend.

„Neugier und Skepsis sind unsere Wegbegleiter“, so Philipp Müller, der bei Hartl Haus das Marketing leitet. Er gab im Anschluss an den Reiner-Vortrag einen Einblick in die Virtual Reality-Tätigkeiten von Hartl Haus. Dazu wurde eine VR-Station aufgebaut, die es ermöglichte, durch ein Musterhaus zu spazieren, sich in den Räumen umzusehen und auch die Einrichtung sowie das Wetter und den Lichteinfall zu ändern. „Es geht darum, ein räumliches Verständnis für die Kunden zu schaffen und auch zu zeigen, wie die natürliche und künstliche Beleuchtung zu verschiedenen Tageszeiten aussieht“, so Müller weiter. Derzeit wird Virtual Reality noch nicht für die Kunden angeboten, da die ersten Tests aber sehr zufrieden gelaufen sind, könnte dies in einem Jahr Realität werden. „Die Kundennachfrage ist auf jeden Fall da“, so Müller abschließend.

„Das große Interesse bei dieser äußerst spannenden Veranstaltung zeigt, dass Virtual Reality auch in der Gesellschaft ein Thema ist“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer, „kaum ein Bereich unseres Lebens wird davon nicht betroffen sein. Neben den großartigen Möglichkeiten birgt die Thematik aber auch gewisse Gefahren, die genau im Auge behalten werden müssen.“

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Wachstum oder Schrumpfung?

Gemeinsam mit der Donau-Universität Krems, der VHS Krems und weiteren Partnern lud die WALDVIERTEL AKADEMIE am 18. März in das Audimax der Weiterbildungsuniversität zu einer äußerst spannenden Diskussion: „Grenzenloses Wachstum. Bedrohung oder Chance für die Wirtschaft“ stand dabei auf dem Programm.

Dabei konnte die WALDVIERTEL AKADEMIE nicht nur eine Vielzahl an interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sondern vor allem auch hochkarätige Referenten begrüßen. Mit dem deutschen Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech war einer der renommiertesten Wachstumskritiker zu Gast, der im Rahmen seiner Ausführungen auch das Modell der Postwachstumsökonomie vorstellte. Die drastische Reduktion in der Produktion und die Stärkung der ökonomischen (Selbst-)Versorgung stehen dabei im Mittelpunkt, das Ausschalten der Wachstumstreiber sei eine zentrale Aufgabe dafür. Auch die Arbeitszeit sollte umverteilt werden: Neben zwanzig Stunden monetärer Arbeit treten zwanzig Stunden entkommerzialisierte Stunden, die für Ehrenamt, die Gemeinschaft und die Eigenproduktion verwendet werden. Für Paech ist klar, dass es so nicht weiter gehen kann: „Eine Änderung des Systems ist unabdingbar, die Frage wird nur sein, wird es by design oder by desaster passieren.“

Naturgemäß anders sah die Sache der Direktor der Wirtschaftskammer Niederösterreich Johannes Schedlbauer. „Ich glaube Ihnen nicht so recht, Herr Paech“, begann Schedlbauer seine Ausführungen und stellte den geforderten Wachstumsstopp bzw. die Reduktion in Frage. „Wachstum bringt Sicherheit und schafft Arbeitsplätze“, so Schedlbauer weiter, der auch die Finanzierung der Sozialausgaben mit notwendigem Wachstum in Verbindung brachte. Es stelle sich auch die Frage, ob Wachstum immer ressourcenverbrauchend sei, so der Wirtschaftskammer-Direktor, der vor allem auch für gleiche Voraussetzungen im internationalen Wettbewerb plädierte.

DSC_0092Donau Universität-Dekan Christian Hanus brachte in die Diskussion auch die bauökonomische Komponente ins Spiel. „Während die Bodenversiegelung weiter vorangetrieben wird, gibt es gleichzeitig so viele Brachflächen wie nie“, so Hanus, der auch konkrete Sanierungsbeispiele aufzeigte.

Nach den einleitenden Impulsen der Referenten entwickelte sich eine angeregte und spannende Diskussion, in der ökologische und soziale Faktoren im Mittelpunkt standen und die auch noch bei einem Glas Wein fortgeführt wurden. Wo unsere ökologischen Grenzen liegen bzw. wann sie erreicht werden oder gar schon überschritten wurden, darüber herrschte naturgemäß keine Einigkeit.

„Mit dieser Veranstaltung haben wir wieder ein sehr aktuelles und brennendes Thema, die Diskussionen haben es ja gezeigt, aufgegriffen und in den Mittelpunkt gestellt“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer zufrieden.

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Humorvoller Abend mit Ursula Strauss

Vor drei Jahren hat die WALDVIERTEL AKADEMIE die Reihe „Waldviertler Vollmondgespräche“ ins Leben gerufen. Bei dieser Serie erzählen Persönlichkeiten aus und über ihr Leben. Am 18. Februar war die bekannte Schauspielerin Ursula Strauss in Waidhofen/Thaya zu Gast.

 Rund 200 Interessierte ließen es sich nicht nehmen, Strauss, die auch ihr neues Buch „Warum ich nicht mehr fliegen kann und wie ich gegen Zwerge kämpfte“ und ihre Mitautorin Doris Priesching mit im Gepäck hatte, im Waidhofner Stadtsaal zu lauschen. Die beiden Damen wussten von Beginn weg, das Publikum zu unterhalten, gaben intime Einblicke in das Leben des Schauspielstars und sorgten mit ihrer humorvollen Art für viele Lacher im Saal.

Vollmondgespraeche_Straus_17Das Buch sei in drei Kapitel untergliedert, so Priesching, in „wie ich wurde“, „was ich bin“ und „was soll das?“. Auf die Frage „Wie wurdest du?“ hatte Straus sogleich eine Antwort parat: „In Italien am Strand haben meine Eltern gesagt, aber das ist e okay.“ Das Buch sollte aber keinesfalls als Biografie angesehen werden, immerhin „werde ich heuer 45 und hoffe, dass noch etwas kommt“, so Strauss weiter.

Die Schauspielerin sprach über das Kennenlernen ihrer Eltern und ihre Familiengeschichte, über ihre Hasen, die Erstkommunion, Beichte, die Schauspielschule, ihren Beruf und vieles mehr. „Ich bin sehr dankbar, mit einem Beruf überleben zu können, der mir so Spaß macht“, so Strauss, „aber natürlich muss man auch sehr fit sein, mit Kritik umgehen lernen und Öffentlichkeit ist natürlich auch nicht unanstrengend.“  Für Strauss war von Beginn an klar, dass sie Schauspielerin werden wollte, dennoch absolvierte sie zunächst die Kindergartenschule, „weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass die kleine Uschi aus Pöchlarn die Bühne erobert.“ Tat sie dann aber doch und das sehr erfolgreich und mit vielen Preisen gekrönt. „Es gibt im Leben kein Rezept, dem man folgen soll“, so Strauss weiter, „jeder muss seinen Weg gehen und seinem Gefühl vertrauen.“

Auch zu aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen bezog Strauss Stellung. „Ich finde, jeder hat eine Verantwortung in der Gesellschaft. Wir verlernen gerade die Lust am gemeinsamen Austausch, an Reibungen. Das Positionsgestehe ist einfach falsch.“

Im Anschluss an das Gespräch zwischen Priesching und Strauss und einigen Fragen aus dem Publikum standen die beiden Gäste natürlich noch für Bücherwidmungen und Fotos zur Verfügung. Eine Möglichkeit, die von den Teilnehmern zahlreich genützt wurde. „Ein wunderbarer Auftakt in das Veranstaltungsjahr 2019“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer, „wir wollen mit dieser Reihe Inspirationen liefern und bekannte Persönlichkeiten nach ihren Erfolgsrezepten und ihren Lebensweg befragen. Der große Andrang zeigt, dass das Format ein wichtiger Bestandteil unseres Programmes ist.“

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Entscheiden muss Ihr Kind!

„Was will Ihr Kind werden?“ lautet der Titel eines Berufsorientierungsprojektes der WALDVIERTEL AKADEMIE und NÖ Regional GmbH, welches gemeinsam mit vielen Partnern am 12. Februar umgesetzt wurde. Es war gleichzeitig der Abschluss einer zweijährigen Serie mit nun gesamt acht Veranstaltungen.

„Wir wollen den Eltern und Erziehungsberechtigten Orientierung und Unterstützung bieten“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Vorsitzender Ernst Wurz zur Projektidee, mit der quer durch das Waldviertel getourt wurde.

Erwin Lasslesberger stellte sein Einleitungsreferat unter den Titel „Ein schwieriges Alter. Wie Sie Ihren Sohn/Ihre Tochter am besten unterstützen können.“ Der Erwachsenenbildner ging dabei auf die Eltern-Kind-Beziehung und Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Kommunikation ein. „Natürlich stehen die Kinder vor einer wichtigen Weichenstellung, aber diese ist nicht endgültig, also keine Panik“, so Lasslesberger, der auch anmerkte: „Entscheiden muss Ihr Kind.“ Und „Nicht alles dreht sich um die Schule.“

Erich Steindl, Geschäftsführer der Druckerei Janetschek, stellte danach das Unternehmen, die Lehrberufe und das Erfolgsrezept vor. „Ich habe selbst 1990 als Lehrling hier begonnen. Mit unserer Spezialisierung auf umweltfreundliche Druckprodukte schaffen wir regionale Wertschöpfung und sichern so auch Arbeitsplätze im Waldviertel.“ Aktuell beschäftigt das seit 1912 bestehende Unternehmen 53 Mitarbeiter und zwei Lehrlinge. „Die Spaß an der Arbeit steht im Vordergrund“, so Steindl, der aber auch betonte: „Lebenslanges Lernen ist der Schlüssel zum Erfolg.“Eva Gonaus (Wirtschaftskammer Niederösterreich), David Schöfbeck (Arbeiterkammer Niederösterreich) und Brigitta Fida vom Jugendcoaching Waldviertel stellten danach den interessierten Eltern ihre Angebote zur Unterstützung der Jugendlichen und Erziehungsberechtigten vor. „Wichtig ist vor allem, dass es den Kindern Spaß macht, nichts ist in Stein gemeißelt“, so alle Vertreterinnen und Vertreter unisono. Im Mittelpunkt der Angebote steht die Beratung der Jugendlichen in allen Lebenslagen und bei einer möglichen Auswahl von weiteren Bildungs- oder Arbeitsmöglichkeiten.

Lehrlingsinfo_GruppenfotoVizebürgermeisterin Margit Weikartschläger zeigte danach auch die vielfältigen Aktivitäten der NMS Heidenreichstein auf. „Wer eine NMS besucht, kann alles werden“, so Weikartschläger, die auch auf die Wichtigkeit von berufspraktischen Wochen hinwies: „Die Schüler merken, dass der Weg als Lehrling, nicht als Chef, beginnt.“

„Ziel ist und war es, einen Überblick über verschiedene Beratungs- und Informationsmöglichkeiten zu geben, um nicht nur die jungen Menschen, sondern auch die Eltern und Erziehungsberechtigten bei der Berufswahl ihrer Kinder zu unterstützen“, so Ernst Wurz abschließend, „wir danken allen Kooperationspartnern, die mit uns dieses wichtige Projekt umgesetzt haben.“

 

Crowdfunding für Thayatal.TV startet

Gemeinsam mit dem Centre for the Future aus Zlabings/Slavonice und Christian Pfabigan Videoproduktion startete die WALDVIERTEL AKADEMIE im Jänner 2018 das grenzüberschreitende Online Video-Magazin „Thayatal.TV“. Mittels Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Startnext (www.startnext.com/thayatal-tv) soll das Projekt jetzt fortgesetzt werden.

„Wir haben in den letzten zwölf Monaten tolles Feedback bekommen und wurden immer wieder darauf angesprochen, dieses Projekt unbedingt fortzusetzen“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer erfreut, „und auch uns ist dies ein großes Anliegen im Rahmen unserer grenzüberschreitenden Kompetenz.“ Zwölf Folgen sind im Jahr 2018 erschienen, über 11.000 Klicks, mehr als 100 YouTube-Follower und fast 400 Facebook-Fans hat die Marke „Thayatal.TV“ innerhalb kürzester Zeit generiert. 130 Personen kamen zu Wort, die Themenvielfalt war dabei bewusst sehr breit: Land- und Forstwirtschaft, Wirtschaft, Kultur, Natur, Gemeinden, Energie, Geschichte, Gesundheit und Tourismus. „Gesamt wurden unsere Videos fast 32Tage gestreamt, das zeigt natürlich auch den Stellenwert“, so Mayer weiter.

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Das Projekt wurde aus europäischen Mitteln finanziert, eine Fortsetzung ist – trotz positiven Rückmeldungen – in dieser Förderschiene jedoch nicht möglich. „Wir arbeiten derzeit intensiv daran, das Projekt auch 2019 fortführen zu können“, so Mayer, „dazu brauchen wir aber auch die Unterstützung unserer Fans und der Bevölkerung.“ Deshalb startet die WALDVIERTEL AKADEMIE am 16. Jänner 2019 erstmals eine Crowdfunding-Aktion für dieses Projekt. Euro 7.500 sollen damit generiert werden, mit weiteren Sponsoren und Förderungen kann „Thayatal.TV“ dann wieder zwölf Ausgaben ausstrahlen. Für die Unterstützungsleistungen hat sich das Projektteam eine breite Dankeschön-Palette ausgedacht: Von Namenserwähnungen und Goodie-Bags über den Blick hinter die Kulissen und die Wall of Fame bis hin zur Übernahme von Moderationen und der Erstellung von Veranstaltungsbeiträgen und Image-Videos ist alles dabei. „Wir wollen damit das breite Spektrum unserer möglichen Unterstützer abdecken, hier soll für jeden etwas dabei sein“, so Mayer weiter, „im Mittelpunkt steht natürlich der gemeinsame Glaube an das Projekt.“

dsc_0351Die Zielsetzung von Thayatal.TV bleibt dabei unverändert. „Wir wollen unaufgeregten Journalismus machen und Information bieten, über wichtige Themen der Region berichten und den Blick über die Grenze wagen“, so Mayer, „das macht dieses Format ja auch so beliebt.“ Das sehen auch Wirtschaft und Politik so. „Regionale Fernsehsender wie Thayatal.TV sind deshalb so wichtig, weil man direkt aus der Region die neuesten News bekommt und das kuratiert, recherchiert und dementsprechend qualitätsvoll“, so Wirtschaftsforum Waldviertel-Obmann Christof Kastner. Und auch Bürgermeister Robert Altschach meint: „Ich habe die Ausgaben gespannt verfolgt. Es ist vor allem auch total interessant, was in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, in Slavonice, stattfindet.“

Ab 16. Jänner haben Interessierte die Möglichkeit sich auf www.startnext.com/thayatal-tv über das Projekt zu informieren und ihre Unterstützung abzugeben. „Es sind unsere ersten Crowdfunding-Schritte, aber gerade bei Thayatal.TV passt diese Form des gemeinsamen Zieles sehr gut“, so Mayer abschließend.

Was ist eigentlich Crowdfunding?
Bei Crowdfunding wird ein Projekt, ein Produkt oder ein Start-Up finanziell von einer Vielzahl an Menschen (der „Crowd“) über das Internetz unterstütz und damit erst möglich gemacht. Dabei gibt es im Vorfeld eine definierte Mindestsumme, die in einem vorher festgelegten Zeitraum erreicht werden muss, damit das Projekt realisiert wird, sonst wird das Geld der Crowd wieder zurück bezahlt. Wir haben uns für ein klassisches Crowdfunding („Reward-Based Crowdfunding“) entschieden. Bei diesem Modell erhalten die Unterstützer des Projektes eine nicht-finanziell Gegenleistung, also ein kleines Dankeschön, nachdem da Projekt erfolgreich finanziert worden ist.

Gemeinsam etwas Schaffen. Werde ein Teil von Thayatal.TV.

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Schwerpunkt 2019: Grenzen

Nach „Woran glauben wir noch? Unsere Sehnsucht nach Wahrheit, Vertrauen und Sicherheit“ (2018), „Die Welt von morgen. Europas Werte und unsere Zukunft“ (2017) und „Was braucht der Mensch? Unser Leben zwischen Hoffnung und Chancen“ (2016)“ verschreibt sich die WALDVIERTEL AKADEMIE auch im nächsten Jahr einem wichtigen grundsätzlichen Thema. Unter dem Titel „Grenzen. Erkennen. Verbinden. Überwinden“ wird erneut eine Vielzahl an Veranstaltungen stattfinden.

Der Begriff der Grenze ist in unserem täglichen Leben allgegenwärtig. Aber was ist eigentlich eine Grenze? Und wie wird sie definiert?

Grenze – ein Wort, unzählige Definitionen, ein fast grenzenloser Begriff. Abstammend aus dem Altslawischen bezeichnet es eine Trennlinie, eine Trennfläche oder den Rand eines Raumes. Jedoch existieren verschiedene Arten und Formen von Grenzen. 30 Jahre nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ widmet sich die WALDVIERTEL AKADEMIE spannenden Grenz-Themen in all ihrer Vielfältigkeit.

asphalt-beratung-chucks-1477538.jpgGrenzen definieren ein Gebiet, und sie grenzen dieses von einem anderen ab. Grenzen haben aber nicht nur die Funktion, etwas zu trennen, sondern sie sind eine wichtige Verbindung zwischen innen und außen. Räumlich gesehen verlaufen Grenzen auch nicht nur am Rande, sondern sie existieren kreuz und quer auch innerhalb eines Landes und eines Kontinents.

Grenzen haben auch ihre Notwendigkeit. Sie bilden für unser Leben die Ausgangslage für ein produktives Miteinander. Sie definieren die Regeln und die persönliche Freiheit eines jeden einzelnen Menschen. Grenzen ermöglichen Orientierung, stiften Identität, bieten Schutz und Stabilität für die Gesellschaft. Sie dienen nicht nur dazu, sich voneinander abzugrenzen, sondern sie wecken auch die Neugierde auf die andere Seite jenseits der Trennlinie. Das Überwinden von Grenzen kann zu Fortschritt und Neuerungen, aber auch zu Gewalt und Missbrauch führen.

Es gibt kaum einen Bereich, der nicht von Grenzen berührt wird. Es gibt geografische und kulturelle Grenzen, soziale, sprachliche und ethnische, körperliche und mentale, medizinische, persönliche und gemeinsame, sichtbare und unsichtbare. An der Grenzlinie selbst können wir die Unterschiede erleben. Die letzte Grenze des Menschseins ist die Schwelle vom Leben zum Tod.

graustufen-gruppe-hande-1266005.jpgAber Grenzen sind nicht starr. Sie können verschoben werden, unterliegen der jeweiligen Zeit und Gesellschaft. Grenzen können aktiv gestaltet und verändert werden. Deshalb widmet sich die WALDVIERTEL AKADEMIE im Jahr 2019 diesem Begriff, der unser gesamtes Leben beeinflusst, in vielfältiger Weise. Wirtschaft, Bildung, Finanzen und Nachhaltigkeit, Europa und Migration, Tabus und Gesellschaft stehen dabei ebenso auf dem Programm wie die Grenzen des Menschen selbst.

Wir wollen mit diesen „Grenzziehungen“ einerseits aufrütteln und anregen, sich mit den persönlichen Grenzen auseinanderzusetzen und andererseits zu Grenzüberschreitungen aufrufen. Die WALDVIERTEL AKADEMIE wird zu diesem Thema erneut eine Vielzahl an Veranstaltungen im Waldviertel, Krems, St. Pölten und Wien durchführen, nähere Informationen dazu finden Sie Ende Jänner auf unserer Homepage. Auf jeden Fall schon jetzt vormerken: Die Internationalen Sommergespräche finden von 29. August bis 1. September 2019 statt.

Ehrenzeichen für Pauline Gschwandtner

Große Freude im Team der WALDVIERTEL AKADEMIE. Vorsitzende-Stellvertreterin Pauline Gschwandtner wurde am 11. Dezember 2018 in St. Pölten von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich verliehen.

DSC02025Als wacher Geist und verdienstvolle Waldviertlerin wurde Pauline Gschwandtner aus Groß Burgstall auf Anregung des Vorsitzenden Ernst Wurz 2006 als Schriftführerin in den Vorstand der WALDVIERTEL AKADEMIE gewählt. Seit Beginn weg ist sie stets auf der Suche nach neuen Kooperationsmöglichkeiten und als glühende Waldviertel-Botschafterin unterwegs. 2009 wurde sie auch zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, jene Funktion, die sie bis heute inne hat.

2011 hat Gschwandtner auch das Projekt „Kultur trifft Wirtschaft“ ins Leben gerufen. Durch Besuche bei Unternehmen und Leitbetrieben im Waldviertel wird der Austausch zwischen Kultur und Wirtschaft gefördert, gleichzeitig aber auch über aktuelle Trends, Geschäftsideen und Entwicklungen informiert. Die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsbetrieben ist ein wichtiges Anliegen von Gschwandtner, bis 2015 war sie auch – 25 Jahre lang – Vorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“ Horn. Den damaligen Dankesworten von Werner Groiß kann sich die WALDVIERTEL AKADEMIE nur anschließen: „Sie ist eine Frau der Tat, nicht der großen Worte.“ Seit einigen Jahren ist Gschwandtner auch Vorsitzende des Hilfswerks in Horn. „Wir gratulieren Pauline zu dieser mehr als verdienten Auszeichnung und freuen uns, mit ihr auch weiterhin als wertvollen Puzzlestein im Team unserer Organisation zusammenzuarbeiten“, so Geschäftsführer Christoph Mayer.

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Smart Cities im Mittelpunkt

Auf Einladung des Gymnasiums Waidhofen und in Kooperation mit der WALDVIERTEL AKADEMIE warim Rahmen der Aktion Young Science Ende November Ursula Mollay vom Österreichischen Institut für Raumplanung in Waidhofen zu Gast, um mit den Schülerinnen und Schüler über Smart Cities und Smart Regions zu diskutieren.

Die Referentin wies auf die Notwendigkeit auch eines lokalen Umdenkprozesses in Hinblick auf die globalen Herausforderungen des Klimawandels hin. Auf europäischer Ebene wurden innovative Beispiele aus den Smart-Cities-Modellstädten Kopenhagen, Hamburg, Amsterdam, Wien, Genf und Lyon präsentiert.

Mollay erklärte auch die strategischen Ansatzpunkte, wie beispielsweise Energie, Mobilität, Gebäude, Digitalisierung, zum Smart Cities- bzw. Smart Regions-Konzept. Bereits etablierte Beispiele aus Niederösterreich, Wien und dem Südburgenland machten den Vortrag sehr praxisnah und erfassbar. Mit sehr anschaulichen Grafiken und Cartoons und spannenden Inhalten begeisterte die kompetente Referentin auch die Schülerschaft.

 

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Beziehungen benötigen Zeit

Gemeinsam mit der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Wien/Krems, dem Bildungs- und Heimatwerk St. Bernhard-Frauenhofen, dem Museum Horn und der Stadtgemeinde Horn lud die WALDVIERTEL AKADEMIE am 24. Oktober zu einem besonderen Vortrag ein: Norbert Scheibenpflug vom Hilfswerk Niederösterreich sprach über die Wichtigkeit und Gestaltung von Beziehungen.

Scheibenpflug spannte dabei einen weiten Bogen, von der Geburt bis hin zum Tod. „Beziehungen verändern uns, wir brauchen sie. Aber wir können Beziehungen auch verändern, damit sie für uns erfüllend sind“, so der Referent zu Beginn seiner Ausführungen. Schon bei der Geburt und als Kind sei man auf vertrauensvolle Beziehungen angewiesen, aber: „Elternwerden und Elternsein sind die größten Herausforderungen des Lebens.“ Kinder brauchen Sicherheit und Zeit, wenngleich dies der größte Mangel unserer Zeit sei. „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, so Scheibenpflug, der auch hier auf die Unterstützung und Beziehungen der Eltern hinwies.

In seinem nächsten Schwerpunkt rückte Scheibenpflug die Paarbeziehung in den Mittelpunkt. „In einer Beziehung kann man sich gemeinsam weiterentwickeln, über Grenzen hinauswachsen. Aber auch hierfür benötigt es Zeit.“

„Jeder Todesfall führt mir meine eigene Sterblichkeit vor Augen. Der Tod ist aber Teil des Lebens wie die Geburt. Eine Grenze mit der Frage: Was steckt dahinter?“, so Scheibenpflug, der auch die unterstützende Wirkung von Paarbeziehungen im Alter ansprach. Trauer sei eine gesunde und notwendige Reaktion, in dieser Phase benötige man aber stets Begleitung und Beziehung.

Zum Abschluss appellierte Scheibenpflug auch: „Oft lieben wir Dinge und benutzen die Menschen, dies sollte aber umgekehrt sein.“ Die zahlreich gekommenen Interessierten nutzten im Anschluss die Möglichkeit, mit dem Referenten noch zu diskutieren und in einen intensiveren Austausch zu gehen.

Christoph Mayer, Geschäftsführer der WALDVIERTEL AKADEMIE, war mit dem Abend vollends zufrieden: „Beziehungen sind der wesentliche Bestandteil des Lebens, hierfür muss man sich Zeit nehmen und noch mehr Bewusstsein schaffen. Die Ausführungen von Norbert Scheibenpflug haben gezeigt, wie wichtig Beziehungen für die Entwicklung eines jeden Menschen sind.“

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Zufriedene Gesichter nach einem spannenden Abend. (Foto: Museum Horn)

Empathie spielt eine wesentliche Rolle!

Im Rahmen der Waldviertler Vorlesungen lud die WALDVIERTEL AKADEMIE gemeinsam mit der FH Krems am Donnerstag, 4. Oktober in das Landesklinikum Waidhofen/Thaya zu einem spannenden Vortrag. Der Leiter des Josef Ressl-Zentrums in Krems, Gerhard Tucek, zeigte die Fortschritte bei der Forschung der personalisierten Therapie auf und gab eindrucksvolle Beispiele aus der Praxis.

„Die medizinische Versorgung wird immer besser, das subjektive Wohlbefinden aber immer kränker“, zitierter Gerhard Tucek zu Beginn seiner Ausführungen eine aktuelle WHO-Studie und er klärte auch gleich zu Beginn auf: „Bei der personalisierten Therapie sind die sozialen und psychischen Ebenen bedeutend, nicht die biologische oder die genetische.“

Jeder Therapeut und Arzt müsse sich in den Patienten hineindenken, es müsse klar sein, dass jedes Leid und jede Diagnose individuell gesehen werden muss. „Empathie spielt eine wesentliche Rolle. Krankheit und Gesundheit sind keine absoluten Größen, sondern sie haben immer etwas mit unseren Vorstellungen zu tun. Dabei sind Hoffnung, Glaube und Partizipation unterschätzte Faktoren im Heilungsgeschehen“, so Tucek. Diesen Ansatz verfolgt auch die Musiktherapie, die eine besondere Verbindung zum Patienten ermöglicht. „Wir wissen, dass sie wirkt, aber nicht, wie sie wirkt“, so Tucek weiter, „die Kunst dabei ist, jeden Patienten so anzusteuern, dass die Therapie wirkt.“

Besondern bei Hirn-Traumata, bei Angst und Schmerzen, bei Krebserkrankungen und in der letzten Phase des Lebens werden damit große Erfolge erzielt. Mit selbst aufgenommenen Videos aus der Praxis lieferte Tucek dabei auch beeindruckende Bilder und bestätigte seine Ausführungen. „Über aller medizinischen Versorgung, die natürlich sehr wichtig ist, steht die unglaubliche Wirkung der menschlichen Zuwendung. Die zwischenmenschliche Kommunikation ist ein komplexer Prozess, der immer wieder neu verhandelt werden muss“, so Tucek abschließend.

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