1919 und die Folgen für Europa

„Grenzen. Erkennen. Verbinden. Überwinden.“ lautet der Jahresschwerpunkt der WALDVIERTEL AKADEMIE im Jahr 2019. In Kooperation mit vielen Partnern, u.a. der Ständigen Konferenz österreichischer und tschechischer Historiker zum gemeinsamen kulturellen Erbe, wurde am 8. November zur Diskussion „1919. Neue Grenzen in Mitteleuropa“ geladen.

„Es war uns ein Anliegen, auch die historische Komponente von Grenzen aufzugreifen“, so Geschäftsführer Christoph Mayer zur Veranstaltung. Unter Leitung der Historikerin Hildegard Schmoller wurde in Raabs die Zeit der Friedensverhandlungen von St. Germain und der Zerfall der Habsburgermonarchie beleuchtet. „Wir wollen damit auch einen Beitrag zur Zukunft Europas leisten“, so Vorsitzender Ernst Wurz, „vielleicht können wir aus der Geschichte etwas lernen. Ich bin auf jeden Fall davon überzeugt.“

Václav Šmidrkal, Historiker am Masaryk Institut und Archiv der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag, sprach zunächst über die Gewalt bei neuen Grenzziehungen. Gebietsstreite, Kriege und Streikbewegungen waren Teil der neuen Grenzen der Tschechoslowakei. Auch Grenzkorrekturen, unter anderem im Gebiet von Weitra, waren vonnöten.

„Wo ist meine Heimat?“, fragte Julia Köstenberger vom Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung. Sie sprach die Option zur Auswahl der Staatsbürgerschaft nach dem Zerfall Österreich-Ungarns und die damit entstandenen Probleme auf. „Viele wussten ab 1918 nicht, wo die Grenzen sind und wie es tatsächlich weitergehen wird“, so Köstenberger.

Das Publikum nutzte im Anschluss an die Podiumsdiskussion noch die Möglichkeit, mit den drei Expertinnen und Experten intensiv zu diskutieren und diese Gespräche auch bei einem Glas Wein auf Einladung der Stadtgemeinde Raabs fortzusetzen.

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