Hologramme, VR & Mikrochips

Im Rahmen der Waldviertler Vorlesungen lud die WALDVIERTEL AKADEMIE am Donnerstag, 23. Mai gemeinsam mit der Stadtgemeinde Zwettl und der Donau-Universität Krems zum Vortrag „Die Zukunft der Einnerung“ in den Saal der Waldviertler Sparkasse Zwettl ein.

Edith Blaschitz von der Donau-Universität Krems stellte zunächst die Definition von Erinnerung in den Mittelpunkt: „Es ist das, was man von einem in der Vergangenheit im Bewusstsein hat. Das können Gerüche, Bilder oder andere Dinge sein. Das ist natürlich sehr selektiv, vieles verblasst.“ Dafür gebe es aber Hilfsmittel, wie Fotos, Tagebücher oder Filme. Auch Medien der Erinnerung stehen im Fokus: Bibliotheken, Museen, Literatur, Fotografien oder auch das Internet. „Erinnerung ist aber nicht nur individuell wichtig, sondern auch gesellschaftlich“, so Blaschitz.

In der Historie der Erinnerung gab es durchaus Probleme. „Wer finanziell nicht potent war, hatte keine bildliche Erinnerung an sein früheres Ich“, so Blaschitz zu Portraitmalern aus der Vergangenheit. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kamen die Fotografie im Atelier und damit verbunden die Fotoalben in Mode. „Heute dokumentieren wir unser Leben sehr ausführlich“, so Blaschitz. Aber auch die Vergangenheit spiele eine große Rolle: „Topotheken und Archive boomen.“

Wie die Zukunft der Erinnerung aussehe, lasse sich heute noch nicht konkret sagen. „Vieles ist möglich, was kommt, wissen wir aber nicht“, so Blaschitz weiter. Aktuell arbeiten viele Unternehmen und Apps mit Virtual und Augmented Reality, um an vergangene und historische Ereignisse zu erinnern. Mittels Hologramme werden zum Beispiel in Amsterdam Zeitzeugen „konserviert“, um Schulen auch in Zukunft einen Dialog mit Holocaust-Überlebenden zu ermöglichen. 

Mikrochips in den Augen, um sich an Vergangenes erinnern zu können, wie zum Beispiel in der Serie „Black Mirror“, sieht Blaschitz in naher Zukunft noch nicht. „Aber es ist natürlich eine reizvolle Vorstellung, die auch Schattenseiten – Stichwort Überwachung – hat. Science-Fiction sagt aber viel über unsere Wünsche, Erwartungen und Befürchtungen in der Gegenwart aus.“

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