Bargeld-Abschaffung? Aktuell keine Gefahr!

Im Rahmen des Veranstaltungszykluses „Grenzen. Erkennen. Verbinden. Überwinden.“ lud die WALDVIERTEL AKADEMIE am Dienstag, 7. Mai gemeinsam mit der Stadtgemeinde und der Sparkasse Horn zu einer spannenden Diskussion in das Bankinstitut. Dabei stand die Frage „Welt ohne Geld. Wird das Bargeld abgeschafft?“ im Mittelpunkt.

Martin Summer von der Österreichischen Nationalbank gab in seinem Eingangsreferat eine Übersicht über Bargeld und das bargeldlose Zahlen. „Wir haben drei Quellen, die eine Befürchtung der Abschaffung des Bargeldes vorantreiben“, so der Ökonom, „den technologischen Fortschritt, die Schattenwirtschaft und die Geldpolitik der Zentralbanken. Von einem Bestreben der Zentralbanken, das Bargeld abzuschaffen, kann aber keine Rede sein.“ Summer ging auch darauf ein, dass die Rolle des Bargelds, nach wie vor in Österreich das beliebteste Zahlungsmittel, zurückgegangen sei. „Das liegt aber vor allem an der jungen Generation“, so Summer weiter. Die einfache Handhabung für alle Teile der Bevölkerung und die Möglichkeit für anonyme Zahlungen seien die großen Vorteile des Bargeldes. „Es ist robust und hat keine Abhängigkeit von Dritten, Bargeld wird es noch sehr lange geben“, so der Nationalbanker abschließend.

Geld ist nicht gut oder schlecht. Es kommt darauf an, was wir damit machen!

Günter Grzega, Vorstandsvorsitzender a.D. Sparda-Bank München eG

Günter Grzega stellte auch klar, dass wir beides brauchen – Bargeld und unbare Zahlungen. Lauter einer Statistik werden Zahlungen für Waren des täglichen Gebrauchs meist bar bezahlt, „der deutsche Staatsbürger hat im Schnitt 107 Euro in der Geldbörse.“ In weiterer Folge stellte Grzega die Vor- und Nachteile der Zahlungssysteme und Verfechter beider Positionen vor. Der Botschafter der Gemeinwohlökonomie stellte aber auch klar: „Bargeldversorgung kostet Geld, aber Bargeld ist geprägte Freiheit. Ohne Bargeld kann kein Mensch in Würde leben.“

Ich kann mir eine Abschaffung des Bargeldes nicht vorstellen!

Helmut Scheidl, Vorstandsdirektor Sparkasse Horn-Ravelsbach-Kirchberg AG

Helmut Scheidl, Vorstandsdirektor der Sparkasse Horn-Ravelsbach-Kirchberg AG zeigte die Bedeutung des Geldes und der Banken in der Region dar. „Ich kann mir eine Abschaffung des Bargeldes nicht vorstellen“, so Scheidl, der gemeinsam mit seinen Mitdiskutanten auch immer wieder auf den Wert des Geldes für ein Zusammenleben und die Gesellschaft darstellte. Der gläserne Mensch sei die größte Gefahr bei einer möglichen Abschaffung des Bargeldes, man müsse sich hier auch fragen, wem diese Daten Nutzen bringen.

Bei einem Glas Wein nutzten die interessierten Besucherinnen und Besucher, die Diskussionen auch nach dem offiziellen Teil weiterzuführen. „Wir haben heute aufgezeigt, dass es auch in Musterländern wie Schweden – hier machen bargeldlose Transaktionen bereits über 90 % an der Gesamtheit aus – nicht problemlos abläuft“, so Geschäftsführer und Moderator Christoph Mayer, „aus unserer Sicht war es aber auch wichtig, diese Thematik, die in der öffentlichen Diskussion immer wieder im Zentrum steht, aufzugreifen und mögliche Entwicklungen aufzuzeigen.“

Zufriedene Gesichter nach einer spannenden Diskussion!
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