Wir müssen die Grenzen überwinden

„Grenzen. Erkennen. Verbinden. Überwinden.“ lautet der Jahresschwerpunkt der WALDVIERTEL AKADEMIE im Jahr 2019. Am 25. April war die Kultur- und Bildungsinitiative auch in der Diplomatischen Akademie in Wien zu Gast, um unter großem Interesse, zum Thema „Die Grenzen Europas. Anfang oder Ende einer Erfolgsgeschichte“ zu diskutieren.“

„Die Überwindung von Grenzen ist das Wichtigste“, startete der Direktor der Diplomatischen Akademie, Emil Brix, seine Ausführungen. „Und dafür steht ja auch die WALDVIERTEL AKADEMIE. 1989 und der Fall des Eisernen Vorhangs stehen für Europa. Wir haben damals etwas erreicht, an dem wir weiterarbeiten müssen.“ Der Diplomat merkte auch an, dass in Europa auf eine Spaltung zugegangen wird: „Wir schaffen ständig neue Grenzen. Und so harmlos sind diese nicht, die kulturelle Überwindung von Grenzen hat uns die Erfolgsgeschichte gebracht.“ Europa sei auch kein Kontinent der natürlichen Grenzen, politisch herbei geschriebene Grenzen stünden im Mittelpunkt. Die Zivilgesellschaft ist für Brix ein entscheidender Faktor: „Wir müssen diese Gruppen unterstützen, wenn wir mit den politischen Entwicklungen nicht zufrieden sind.“

„Grenzen nutzen allen, die Angst politisch ausnutzen, so wie in Österreich“, meinte der Politologe Wolfgang Petritsch, der Grenzen an sich nicht viel abgewinnen konnte. „Natürlich muss es Grenzen geben, es muss administrative Grenzen geben. Aber die EU hat eindrucksvoll bewiesen, dass andere Ideen besser sind, als das strikte Festhalten an Nationen.“ Die Devise sei Vielfalt und Offenheit: „Wir sollten uns nicht überlegen ,wie wir Grenzen schützen, sondern wie wir sie überwinden.“

Mit einem flammenden Appell für die Menschlichkeit trat Schauspielerin Katharina Stemberger, die auch Vorsitzende des Integrationshauses Wien ist, auf. Eine Grenze sei eine erdachte Linie und ein Gedankenkonstrukt: „Grenze ist das Zeichen von Angst, ein Symbol des Versagens und die Botschaft des Untergangs.“ Die EU sei eine tolle Errungenschaft, dennoch müsse man sich täglich behaupten, nicht ein- oder ausgesperrt zu werden. Mit Kritik sparte Stemberger auch nicht an den regierenden Politikern: „Glauben Sie nur eine Sekunde, dass Salvini, Orbán oder Kickl den dumpfen Schwachsinn, den sie von sich geben, selbst glauben? Die Terroristen stehen nicht an unseren Grenzen, sondern in unseren Parlamenten.“ Natürlich waren dabei Flüchtlingsbewegungen und Migration Thema. „Es ist gefährlich zu glauben, dass wir mit den Vorgängen vor unseren Grenzen nichts zu tun haben“, so Stemberger.

In weiterer Folge entwickelte sich eine interessante und impulsive Diskussionen, in der auch Nationalstaaten vs. europäische Gemeinschaft oder die Süderweiterung Europas Thema waren. „Wir müssen realistisch sein und das unmögliche fordern und uns vorstellen“, so Petritsch zur Zukunft der Europäischen Gemeinschaft.

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