Wachstum oder Schrumpfung?

Gemeinsam mit der Donau-Universität Krems, der VHS Krems und weiteren Partnern lud die WALDVIERTEL AKADEMIE am 18. März in das Audimax der Weiterbildungsuniversität zu einer äußerst spannenden Diskussion: „Grenzenloses Wachstum. Bedrohung oder Chance für die Wirtschaft“ stand dabei auf dem Programm.

Dabei konnte die WALDVIERTEL AKADEMIE nicht nur eine Vielzahl an interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, sondern vor allem auch hochkarätige Referenten begrüßen. Mit dem deutschen Nachhaltigkeitsforscher Niko Paech war einer der renommiertesten Wachstumskritiker zu Gast, der im Rahmen seiner Ausführungen auch das Modell der Postwachstumsökonomie vorstellte. Die drastische Reduktion in der Produktion und die Stärkung der ökonomischen (Selbst-)Versorgung stehen dabei im Mittelpunkt, das Ausschalten der Wachstumstreiber sei eine zentrale Aufgabe dafür. Auch die Arbeitszeit sollte umverteilt werden: Neben zwanzig Stunden monetärer Arbeit treten zwanzig Stunden entkommerzialisierte Stunden, die für Ehrenamt, die Gemeinschaft und die Eigenproduktion verwendet werden. Für Paech ist klar, dass es so nicht weiter gehen kann: „Eine Änderung des Systems ist unabdingbar, die Frage wird nur sein, wird es by design oder by desaster passieren.“

Naturgemäß anders sah die Sache der Direktor der Wirtschaftskammer Niederösterreich Johannes Schedlbauer. „Ich glaube Ihnen nicht so recht, Herr Paech“, begann Schedlbauer seine Ausführungen und stellte den geforderten Wachstumsstopp bzw. die Reduktion in Frage. „Wachstum bringt Sicherheit und schafft Arbeitsplätze“, so Schedlbauer weiter, der auch die Finanzierung der Sozialausgaben mit notwendigem Wachstum in Verbindung brachte. Es stelle sich auch die Frage, ob Wachstum immer ressourcenverbrauchend sei, so der Wirtschaftskammer-Direktor, der vor allem auch für gleiche Voraussetzungen im internationalen Wettbewerb plädierte.

DSC_0092Donau Universität-Dekan Christian Hanus brachte in die Diskussion auch die bauökonomische Komponente ins Spiel. „Während die Bodenversiegelung weiter vorangetrieben wird, gibt es gleichzeitig so viele Brachflächen wie nie“, so Hanus, der auch konkrete Sanierungsbeispiele aufzeigte.

Nach den einleitenden Impulsen der Referenten entwickelte sich eine angeregte und spannende Diskussion, in der ökologische und soziale Faktoren im Mittelpunkt standen und die auch noch bei einem Glas Wein fortgeführt wurden. Wo unsere ökologischen Grenzen liegen bzw. wann sie erreicht werden oder gar schon überschritten wurden, darüber herrschte naturgemäß keine Einigkeit.

„Mit dieser Veranstaltung haben wir wieder ein sehr aktuelles und brennendes Thema, die Diskussionen haben es ja gezeigt, aufgegriffen und in den Mittelpunkt gestellt“, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer zufrieden.

Gruppenfoto_Krems_180319

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