Wir leben in interessanten Zeiten …

Unter dem Titel „Sie wissen alles. Wie Big Data und Künstliche Intelligenz unser Leben verändern“ lud die WALDVIERTEL AKADEMIE in Kooperation mit der Donau-Universität Krems am 23. Mai in die Sparkasse Horn zu einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion. 

Helmut Scheidl, Vorstandsdirektor der Sparkasse Horn-Ravelsbach-Kirchberg AG ging bereits bei seinen Grußworten auf das Thema ein: „Datensicherheit ist auch bei uns im Bankenbereich ein großes Thema. Das Wort Datenschutzgrundverordnung kann ja schon bald niemand mehr hören.“

Moderator Jan Stepanek verblüffte danach mit einigen Zahlen: „Weltweit nutzen vier Milliarden Menschen das Internet, die täglich produzierten Daten entsprechen einem Umfang von 2,5 Milliarden Terrabyte.“

Wie es sich jetzt mit der Datenverarbeitung und Künstliche Intelligenz verhält, verriet danach Informatiker Stefan Woltran von der TU Wien. „Es steckt nicht wirklich Intelligenz, wie wir sie kennen, dahinter“, so der Wissenschafter, „alle Programme sind sehr spezialisiert und können für keine andere Problemlösung als gedacht eingesetzt werden.“ Von den Anfängen der Künstlichen Intelligenz, wie zum Beispiel ein Schachcomputer, bis heute sei dennoch sehr viel ermöglicht worden. „Ich sehe keine unmittelbare Gefahr für die Zukunft“, so Woltran, ein Wandel, zum Beispiel in der Arbeitswelt, sei aber durch die Digitalisierung natürlich gegeben.

Bürgerrechtler Herbert Gnauer ging danach auf das Thema Datenschutz näher ein. „Die enormen Daten machen es auch, auch in der Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz“, so Gnauer, der auch Beispiele aufzeigte, wo welche Art von Daten gespeichert werden. „Die Vorstellung, dass mehr Überwachung mehr Sicherheit für die Bürger bedeutet, ist irreführend und falsch. Der Bürger wird immer transparenter, die Firmen und Behörden aber nicht, das ist eine Rechtsungleichheit“, kritisierte Gnauer.

„Wichtig ist, dass wir besser mit unseren Daten umgehen“, bestätigte auch Medienexperte Golli Marboe, „aber das Maß aller Dinge ist noch immer die Würde des Menschen.“ Marboe forderte Medien- und Journalismuskompetenzen in den Schulen zu lehren, aber auch in der Erwachsenenbildung zu implementieren. Auch Tageszeitungen wie Österreich und heute wurden von ihm hart kritisiert. „Wir selbst sind die Verursacher unserer Probleme, nicht Facebook, Google und Co. Wir müssen unser eigenes Verhalten ändern. Das Netz ist Teil unseres Lebens, keine Parallelgesellschaft, wir müssen uns dort benehmen, wie auf der Straße“, so Marboe abschließend.

In einer spannenden Diskussion, auch mit dem Publikum, wurden im Anschluss an die Impulsreferate noch viele weitere wichtige Themenpunkte angesprochen. „Ich fürchte mich nicht vor Maschinen, sondern vor Manipulation und Untergrabung der Demokratie“, so Gnauer. Und Woltran ergänzte: „Es müssen viele Sachen neu verhandelt werden. Unter anderem auch: Wie geht man mit neuen Techniken um und wer darf eigentlich was nutzen?“

„Tatsache ist, dass Big Data und Künstliche Intelligenz unser Leben verändern, betroffen sind dabei alle Generationen“, zog Ernst Wurz, Vorsitzender der WALDVIERTEL AKADEMIE, Resümee nach der engagierten Diskussion in Horn.

Gruppenfoto_Horn

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