Das Potential der Menschen fördern

„Kommunale Intelligenz stärken“ war der Titel einer Kooperationsveranstaltung von WerteVollLeben, der WALDVIERTEL AKADEMIE und weiteren Partnern, die am 1. März 2018 Nachhaltigkeits-Pionier Karl Sieghartsleitner in den Waidhofner Stadtsaal brachte. Das Interesse war groß, über 150 Personen waren gekommen.

 „Wir wollen die Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zukunftsfähig gestalten, damit die Menschen aufblühen“, so WerteVollLeben-Gründer Günter Peham zu Beginn der Veranstaltung. Die WerteVollLeben-Gruppe Waldviertel, bei der viele bekannte Unternehmer-Persönlichkeiten Teil sind, will hierfür Lösungen suchen und diskutieren, der Vortrag mit Karl Sieghartsleitner war ein erster Ansatz dazu.

Doris Wanko Karl Sieghartsleitner 2Bevor der ehemalige Steinbacher-Bürgermeister die Bühne betrat, wurden aber noch zwei spannende Projekte aus dem Waldviertel vorgestellt. „Es gibt ja bereits tolle Sachen, diese wollen wir auch zeigen“, so Peham, „die Haltung, die wir Menschen jetzt haben, wird darüber bestimmen, wie die Zukunft aussieht.“. Ernst Wurz, Vorsitzender der WALDVIERTEL AKADEMIE, stellte das Konzept der neuen WirtschaftsAkademie Waldviertel und den vier zukünftigen HAK-Schwerpunkten im Waldviertel vor. Martin Bruckner, Bürgermeister aus Großschönau, und der Geschäftsführer der Energieagentur der Regionen Otmar Schlager sprachen danach über den Energiepakt Waldviertel 2013 mit dem Ziel 2030 in der Jahresbilanz energieautark zu sein.

Karl Sieghartsleitner, der als Bürgermeister den so genannten „Steinbacher Weg“ konzipierte, erzählt im Anschluss über dieses Projekt und seine Erfahrungen. Dabei durfte auch eine kleine Waldviertel-Anekdote nicht fehlen: „Ich habe Adi Kastner kennengelernt, wie wir vor 20 Jahren gemeinsam als kritische Geister beim Club 2 gesessen sind.“ Sieghartsleitner kritisierte danach auch die Vorgehensweise von vielen Politikern, wie Trump & Co.: „Es geht nicht darum, sich neu aufzustellen und neu zu profilieren. Wir müssen auf dem Bestehenden und Erfolgen aufbauen.“

Doris Wanko ReferentengruppeAls Sieghartsleitner 1986 Bürgermeister wurde galt Steinbach als „verlorenes Dorf“. Vom goldenen Steinbach mit der großen Tradition der Messerschmiede war aufgrund des Importes von Billig-Produkten aus Fern-Ost nichts mehr übrig, nach zwanzig Jahren war der Niedergang voll ausgeschöpft. „Von 10 Gasthäusern im Ortskern war kein einziges mehr übrig, auch die weitere Infrastruktur war weg“, so Sieghartsleitner. „in so einer Situation anzufangen, ist ein Geschenk, weil schlechter kann es nicht mehr werden“, sah er aber auch das Positive. Zusammen mit allen politischen Parteien, mit der Wirtschaft und der Bevölkerung wurden eine Zukunftsvision und konkrete Projekte für Steinbach entwickelt. „Wir waren eine der ärmsten Gemeinden, haben die vorhandenen Ressourcen zusammengesucht und daraus etwas entwickelt. So wurden wir vom verfallenen Dorf zum Aushängeschild. Am wichtigsten war der Umgang miteinander.“, so Sieghartsleitner. Wertschätzung und Potentialentfaltung sind für den Visionär die wichtigsten Schlagworte für die heutige Zeit: „Was glauben Sie, was in unseren Dörfern noch alles schlummert? Wir haben noch viel zu wenig gemacht, um die Fähigkeiten der Menschen zu fördern und fordern. Kommunale Intelligenz ist, wenn Menschen zusammenhelfen, das Schicksal anderer zu lösen.“ Dennoch sieht Sieghartsleitner positiv in die Zukunft: „Wir brauchen verantwortungsvolle Menschen, die die richtige Tätigkeit für ihre Begabungen finden. An allen Ecken der Welt entstehen Dinge, die über das neue Einhalten von Werten nachdenken, so wie hier!“

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