In Krems wird Europa neu gedacht

Am 27. April wurde an der Donau-Universität Krems das Department für Europapolitik und Demokratieforschung, geleitet von der renommierten Wissenschafterin Ulrike Guérot, eröffnet. Geschäftsführer Christoph Mayer machte sich dabei ein erstes Bild der neuen Einrichtung.

„Europa ist ein zentraler Ankerpunkt unserer Universität“, so Rektor Friedrich Faulhammer bei seiner Eröffnungsrede, „deshalb war es ein logischer Schritt unsere Europakompetenz mit einem eigenen Department weiter auszubauen.“ „Ulrike Guérot brennt für die Entwicklung neuer Ideen für Europa, das werden sie noch sehen“, streute er der neuen Departmentleiterin Rosen.

Da Schriftsteller Robert Menasse, der zum Thema sprechen sollte, kurzfristig krankheitsbedingt ausfiel, fiel dem Münchner Soziologe Elmar Koenen die Ehre zuteil, die von Menasse zur Verfügung gestellte Rede vorzutragen. „Hier und jetzt wird ein neues Kapitel aufgeschlagen, der europapolitische Diskurs neu entfacht. Wir stehen vor einer historischen Stunde, as dritte und entscheidende Kapitel des europäischen Einigungsprozesses steht mit diesem Department bevor. Die Antwort auf das Europa der Nationalstaaten ist das Europa der Regionen unter einem gemeinsamen Dach der Europäischen Union. Vielleicht wird man bald sagen können: Hier in Krems wurde Europa neu gegründet.“

Die Politikwissenschafterin Guérot, die im September auch bei den 33. Internationalen Sommergesprächen der WALDVIERTEL AKADEMIE sprechen wird, selbst, bedankte sich beim Land Niederösterreich. „Es war die Entscheidung des Landes, dem Nachdenken und Forschen über Europa mehr Raum zu geben. Die Neugierde und der Wissensdurst haben mich zur Europaforschung in die Wachau gebracht. Europa muss umgebaut und renoviert werden, damit es wieder für die Menschen passt und sie sich nicht abwenden.“ Dafür seien bereits einige Projekte in Planung, so Guérot, die sich auf eine erfolgreiche Umsetzung freut.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte in ihren Ausführungen, dass sie nicht nur eine begeisterte Niederösterreicherin sei, sondern vor allem auch eine begeisterte Europäerin. „Es gibt viele Sorgen und Ängste. Aber der Föderalismus ist der beste Schutz, weil die Macht verteilt und nah am Menschen ist, das spricht für ein Europa der Regionen.“

Abgeschlossen wurde die offizielle Eröffnung mit dem Kunstprojekt Amikejo und einer Performance der Schöpferin Valeska Peschke, die mit ihrer Rauminstallation eines europäischen Vulkans im Audimax für Aufsehen sorgte.

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