„Sie werden dafür bezahlen!“

Am Donnerstag, 26. Jänner 2017, luden die BHAK/BHAS Waidhofen/Thaya und die WALDVIERTEL AKADEMIE zum Vortag “Milliardengrab Hypo Alpe Adria”. Rund 140 Interessierte waren gekommen, um sich vom Wirtschaftsprofessor Josef Aff “das größte ökonomische Geldvernichtungsprojekt” erklären zu lassen.

dsc_0002Unter den Zuhörern waren auch Vertreter der Banken (Kurt und Martin Bogg), der Wirtschaft (Dietmar Schimmel), der Beratungskanzleien (Thomas Lebersorger) und der Politik (Melitta Biedermann). All jene Bereiche spielten auch im Fall Hypo Alpe Adria eine große Rolle, wie Josef Aff, ehemaliger Vorstand des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der Universität Wien, erklärte: “Wir bewegen un shier immer an der Schnittfläche von Politik und Wirtschaft.”

Aff erklärte detailliert und verständlich wie aus der 1896 als kleine Hypothekenbank gegründete Hypo mit der Umwandlung in eine AG im Jahr 1991 und dem geplanten Turbo-Wachstum in den Jahren 1992 bis 2006 ein multinationaler Player wurde. Allein von 1992 auf 2008 waren die Bilanzsumme von 1,9 Milliarden Euro auf 43,3 und der Mitarbeiterstand von 30 auf 8.100 gestiegen. “Kreditvergabe und -kontrolle lagen hier im Argen”, so Aff, “in der Ära Haider erfolgten Kreditvergaben auf Zuruf, nach dem Motto, das Land Kärnten bin ich.”

Nicht minder spannend gestalteten sich die Ausführungen über den Verkauf der Hypo nach Bayern und die zwei Jahre erfolgte Notverstaatlichung, die als “teuerste Nacht der 2. Republik” in die Geschichte eingeht. “Hier wurde absolut unklug agiert”, stellte Aff fest, der aber auch die Zeit danach kritisierte. “Es war ein Sündenfall, nicht gleich eine Bad Bank zu gründen. Wir reden hier von Milliarden, die verloren gingen, nicht von Peanuts”.

Zu guter Letzt listete Aff natürlich auch die Kosten, die vom Steuerzahler zu tragen sind, auf. “Wie viel dieses Debakel genau kosten wird, ist nach wie vor nicht geklärt”, so Aff, “aber eines ist klar: Sie alle werden dabei sein, wenn das Geld zurückgezahlt wird.” Schätzungen zufolge wird sich das Debakel auf sechs bis elf Milliarden Euro belaufen.

In einer sehr anregenden Diskussion wurden auch Vorschläge gegeben, wie solche Fälle in Zukunft verhindert werden könnten. “Ich würde mir ein Gesetz wünschen, dass auch Bundesländer in Konkurs gehen können”, so Aff, “allein die Möglichkeit würde sie etwas disziplinieren.”

“Wir sind sehr froh, dass wir diesen Abend gemeinsam mit der BHAK/BHAS durchführen konnten”, so WALDVIERTEL AKADEMIE-Geschäftsführer Christoph Mayer, “das große Interesse und die spannenden Ausführungen und Diskussionen haben gezeigt, dass sich die Bevölkerung auch mit diesen komplexen Themen auseinandersetzt und ein großes Interesse an Wirtschaft und Politik haben.”

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