Geborgenheit, Fürsorge und Hoffnung!

Am 7. Juni 2016 lud die WALDVIERTEL AKADEMIE gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Niederösterreich, dem Club Alpbach Niederösterreich und weiteren Partnern zur Diskussion „Was braucht der Mensch? Unser Leben zwischen Hoffnung und Chancen“ in das Haus der Industrie nach Wien.

Die Veranstaltung, die im Rahmen des Jahresschwerpunktes der Akademie stattfand, widmet sich ganz den Fragestellungen zu Glaube, Ethik und Wirtschaft. Christian Friesl, Bereichsleiter für Bioldung und Gesellschaft bei der Industriellenvereinigung Österreicht, zeigte zu Beginn seines Inputs die Werteänderung auf: „Ende der 80er-Jahre brauchten die Menschen Liebe und Arbeit, das waren die zwei Werte-Säulen des Lebens. So einfach ist das heute nicht mehr, wir leben nun in einer Zeit der Verunsicherung, wobei es den Menschen gleichzeitig so gut geht wie noch nie.“ Friesl sprach auch über die Wirtschaft und Arbeit und betonte: „Die Marktwirtschaft von morgen ist eine, die Verantwortung übernimmt.“ Gleichzeitig stieß er sich auch an der Integrationsdebatte an: „Werte sind nicht so einfach weiterzugeben, sie brauchen Bildung, Erfahrung und Reflexion.“

Wiens Dompfarrer Toni Faber erzählt von seinen persönlichen Erfahrungen in der täglichen Arbeit mit den Menschen. „105 Stunden pro Woche kommen Menschen, die etwas brauchen. Aber was braucht der Mensch wirklich?“, so Faber. Er berichtete von Begegnungen mit den Ärmsten in Kalkutta, die dennoch ein zufriedenes Leben führten. „Laut Statistik besetzt jeder Europäer 10.000 Dinge, jeder Afrikaner nur 200. Der Mensch braucht andere Menschen von der ersten Minute des Lebens an. Er braucht Geborgenheit, Fürsorge, Liebe und Glaube.“

Khalid El Abdaoui vom Institut für Islamische Studien der Universität Wien erklärte in weiterer Folge, mit welchen Aufgaben sich er und seine Kollegen beschäftigen: „Die ethischen Konzepte und Werke des Islam soll für Österreich und Europa kontextualisiert werden. Wie sind diese Texte angemessen im Kontext zu verstehen?“ El Abdaoui zeigte auch auf, dass laut Statistik in 30 Jahren bereits rund 21 Prozent der Wiener Bevölkerung dem islamischen Glauebn angehören werden. „Hier muss eine Lösung für ein gutes Zusammenleben und für die Herausforderungen in einer globalen Welt geschaffen werden“, so El Abdaoui abschließend.

DSC_0785

Philosoph Peter Kampits stellte zum Abschluss klar: „Wir sind in einer Situation, in der wir wenig Grund für Optimismus haben.“ Er kritisierte die Wirtschaft („Sie hat einen Platz im Leben, die es meiner Meinung nach nicht verdient“) und auch die immer weiter voranschreitende Digitalisierung. „Wir können den Menschen nicht einfach auf Digitalismus und Wirtschaft reduzieren. Wir sind in Österreich noch in einer recht glücklichen Lage, aber das wird sich bald ändern, da die ökosoziale Marktwirtschaft auch an ihre Grenzen kommt“, so Kampits, der auch meinte: „Natürlich brauchen wir eine materielle Absicherung, aber wir brauchen auch Zugehörigkeit und Hoffnung.“

Im Anschluss an die Inputs vom Podium diskutierte auch das Publikum noch interessiert mit, ehe der Abend bei einem Glas Wein einen würdigen Abschluss fand.

DSC_0798

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s